Wolfgang Marcus
Unterlagen im Bestand von Frau Peters
Im Bestand von Maria Peters fand ich nur einen Feldpostbrief mit einem Absender Wabbel.
Der Text lautet: „O.U. am 27.4.1943. An den Herrn Bürgermeister und Ortsgruppenleiter zu Westernkotten. In dankbarer Freude habe ich die Ostergrüße der Gemeinde und Ortsgruppe Westernkotten erhalten. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glücklich mich jeder Gedanke an Westernkotten und frohen (?) Kinderjahre machen. Ich grüße Sie und die Gemeinde in dem Bewusstsein(?), dass …Gemeinschaft und die Verbundenheit von Heimat und Front ein großer Teil zum Sieg beitragen wird. Heil Hitler Wabbel, Gf.

Eigene Recherchen (auch mit KI)
Der Name Wabbel ist für Westernkotten im Jahr 1912 belegt. Ich habe zwei konkrete Erwähnungen eines Karl Wabbel gefunden – beide in den veröffentlichten Jahrbüchern.
1912: Karl Wabbel, Tagelöhner, wird in der Westernkötter Brandwehr geführt. Er gehörte zur „Abteilung zur Herbeischaffung des Wassers“ unter Leitung des Gutsbesitzers Rudolf Löper; in der Mitgliederliste steht er an Nummer 17. [Jahrbuch Bad Westernkotten 2012, S. 41–43, besonders S. 43.]
1912: Karl Wabbel steht in der Mitgliederliste des im April 1912 gegründeten Radfahrvereins „Westfalentreue Westernkotten“. [Jahrbuch Bad Westernkotten 2018, S. 180.]
Die erste Nennung belegt seinen Beruf und seine Einbindung in den örtlichen Brandschutz. Dabei handelt es sich zunächst um die 1912 organisierte Pflichtbrandwehr; eine Mitgliedschaft in der später im selben Jahr gegründeten Freiwilligen Feuerwehr ist damit noch nicht ausdrücklich nachgewiesen.
Die zweite Nennung zeigt seine Teilnahme am örtlichen Vereinsleben. Der Radfahrverein „Westfalentreue“ veranstaltete gemeinsame Ausfahrten, Wettfahrten und gesellige Zusammenkünfte. Wahrscheinlich betreffen beide Einträge denselben Karl Wabbel, doch fehlen zur eindeutigen Identifizierung Geburtsdatum oder Wohnanschrift. Eine zusammenhängende Familiengeschichte lässt sich daraus bisher nicht ableiten. Zu Herkunft, Ehefrau, Kindern, Wohnhaus oder Nachkommen habe ich keine belastbaren Angaben gefunden. Insbesondere wäre eine ostpreußische Herkunft oder eine Zuwanderung nach 1945 ohne weitere Belege nicht anzunehmen: Der Name war bereits 1912 im Ort vorhanden.
Für Ihre weitere Familienforschung ist Karl Wabbel, Tagelöhner in Westernkotten, 1912, somit der konkrete Ausgangspunkt.