Schäfermeier – Familie mit Landwirtschaft und Rolladen- und Fensterbau

Wolfgang Marcus

  1. Schäfermeier-Unterlagen im Bestand von Maria Peters

In den Unterlagen von Maria Peters findet sich bisher nur eine Postkarte, die allerdings wenig über die Familiengeschichte aussagt.

Der Text lautet: Familie Heinrich Eickmann, Westernkotten über Lippstadt in Westfalen. Recht herzliche Grüße vom Brocken sendet Ihnen Franz Schäfermeyer und Frau. Abgestempelt ist die Karte am 28.6.40 (?).

  1. Text und Fotos aus 2006: Vorstellung des Landwirtschaftsbetriebs Schäfermeier beim Jubiläum „100 Jahre Landwirtschaftlicher Ortsverein Bad Westernkotten“

2006 fand eine große Feier aus Anlass des 100jährigen Bestehens des o.g. Vereins statt. An den Vorbereitungen nahm auch Martina Schäfermeier teil. Unter anderem haben wir versucht, nicht nur die Geschichte des Ortsvereins aufzuarbeiten, sondern auch alle noch bestehenden Höfe in Text und Bild vorzustellen. Hier der entsprechende Text und die damaligen Fotos vom Hof Schäfermeier:

Hof Schäfermeier, Nordstraße

Lage des Betriebes:

Der Hof lag früher an der Aspenstraße 10 (heute: Willi Schrewe). 1964/65 wurde der Hof in die Flur nördlich von Westernkotten (damals noch Stadt Lippstadt) ausgesiedelt.

Zur Geschichte des Hofes und zur landwirtschaftlichen Produktion:

Stefan Schafermeier (*1778 in Hörste-Niederdedinghausen, verheiratet mit Christina Frohlink) sollte anscheinend im Fürstentum Lippe Soldat werden und zog vorher nach Westernkotten, wo er ein kleines Haus in der Stadtgasse (Steinmann, vorher von Schäfer Karl-

Hoppe-Nucke bewohnt). Er starb am 28.11. 1861 in Westernkotten. Sein ältester Sohn Johann (Franz) (*4.12.1812, +23.11.1893; verheiratet mit Maria Elisabeth Rosina Bohmer aus Völlinghausen) kaufte im Jahre 1864 aus der Zwangsversteigerungssache Levi Stein von dem Lippstädter Kaufmann Aron Rosenbaum die Hofstelle an der Aspenstraße. Der Kaufvertrag befindet sich noch im Besitz der Familie Schäfermeier.

In der Aspenstraße wurde der Hof mit Milchviehhaltung (Josef Schäfermeier fuhr auch lange Zeit den Milchwagen) und Schweinen bis 1964/65 betrieben, dann war der Platz dort aber zu beengt. Da nördlich von Westernkotten Baron von Papen ein Grundstück an die Deutsche Bauernsiedlung verkauft hatte, das aber später doch nicht für zunächst gedachte Flüchtlingshäuser gebraucht wurde, bot sich hier eine gute Gelegenheit, ortsnah und dennoch ohne größere Einschränkungen einen neuen Hof zu bauen und zu produzieren. 1991 wurde die Milchviehhaltung eingestellt. Heute ist der Betrieb auf Sauen und Mastschweine sowie Ackerbau spezialisiert.

Hofeigentümer:

1864 — ca. 1893 Johann Schäfermeier (*4.12.1812, +23.11.1893)

ca. 1893-ca. 1925 Theodor Schäfermeier (*11.12.1860, +3.6.1941)

ca. 1925 – 1963 Josef Schäfermeier (*30.8.1897, +11.1.1988)

1963 — 1995 Josef Schäfermeier (*7.8.1927)

1995 — heute Hubert Schäfermeier (*9.11.1962)

Hof Schäfermeier 6.8.2006

Hof Schäfermeier, Ansicht von Westen

Hof Schäfermeier, Nordstraße 55

Ehemaliger Hof Schäfermeier in der Aspenstraße, gemalt 1940 von H. Krause

Der ehemalige Hof Schäfermeier in der Aspenstraße 10

  1. Der Rollladenbetrieb Schäfermeier 1850-2025 – früher in Bad Westernkotten, später in Lippstadt ansässig

In der Tageszeitung „Der Patriot“ vom 1. Mai 1950 fand ich folgenden Artikel:

100jähriges Handwerksjubiläum

Westernkotten. (Eig. Ber.) Der 1. Mai 1950 ist für die Familie Schäfermeier ein doppelter Feiertag. Am 1. Mai 1850 gründete der Großvater des jetzigen Inhabers eine Schreinereiwerkstätte. Seine vier Söhne erlernten ohne Ausnahme das Schreinerhandwerk, und als Bernhard Sch. 1873 starb, übernahm sein ältester Sohn den Betrieb. Damals war Anton Schäfermeier (der zweite Jubilar am 1. Mai), noch Kind. Älter geworden, ging er bei seinem Bruder in die Lehre und 1895 auf die Wanderschaft.

Auf seiner Wanderschaft lernte Anton Sch. einen jungen Schlosser kennen, mit dem er dann zusammen durch die deutschen Gaue zog. Es war Johannes Gronowski aus Dortmund, der spätere

Oberpräsident von Westfalen. Noch heute verbindet beide eine treue Freundschaft, und sobald „Opa Schäfermeier“ mit Johannes Gronowski zusammenkommt, gibt es für sie nur ein Gesprächsthema: die gemeinsamen Wanderjahre. Anton Sch. musste seinen Aufenthalt „in der Fremde“, wie man damals sagte, abbrechen, als sein Bruder starb und übernahm 1900 die Möbel- und Bauschreinerei in Westernkotten.

Seine beiden Söhne wurden wieder Schreiner und Anton Sch. jun. übernahm die Schreinerei. Sein Vater setzte sich aber deswegen nicht zur Ruhe, sondern er steht heute, kurz vor seinem 80. Geburtstag, noch jeden Tag an der Hobelbank. Aus dem Kleinunternehmen, in dem alles mit der Hand gearbeitet werden musste, entstand ein moderner Betrieb mit allen erforderlichen Maschinen. Dort arbeiten einheimische Schreiner neben aus dem Osten Vertriebenen. Wenn der junge Meister A. Schäfermeier II nicht anwesend ist, da er als Gemeinde- und Kreistagsabgeordneter im Dienst der Allgemeinheit steht, überwacht „Opa Schäfermeier“ den Betrieb und blickt auf Anton Schäfermeier III, den jüngsten Spross in dem Familienbetrieb, der vor wenigen Wochen sein Gesellenstück abgelegt hat. Manch gutes Stück gediegener Schreinerarbeit hat in den hundert Jahren die Möbelschreinerei Anton Schäfermeier gefertigt und verlassen. Die Heimatzeitung „Der Patriot“ die den Betrieb seit dessen Entstehen begleitet hat, wünscht der Firma Schäfermeier viel Erfolg und Glück auch im zweiten Jahrhundert!“

  1. Ergänzungs-Stichworte am 10.11.2024:

Toni Schäfermeier und Monika geb. Jacobi – Geschwister von Toni – Schäfermeier-Leutnants – Früher Gasthof Schäfermeier – Umzug in der Bruchstraße – Umzug nach Lippstadt – Baurechte zwischen Schäfermeier und Kerkhoff – Schießstand, neuer Sportplatz – Gute Arbeiter, u.a. Heinz Lehmenkühler und Chudaska aus Bökenförde –

Die ehemalige Firma Schäfermeier an der Bruchstraße (Aufnahme vom März 1991)

Ab 01.12.2024 konnte ich die Schließung des Betriebes aus dem Schriftzug „Dauerhaft geschlossen“ erkennen.