Von Karl-Josef Freiherr von Ketteler
[Diese Zeilen schrieb er am 31.10.1991 an Maria Peters. Ich habe sie lediglich transkribiert. WM]
Im Urkundenbestand des Archivs Schwarzenraben taucht Westernkotten nicht nur verhältnismäßig spät, sondern überhaupt nur einmal auf. Am 16. Februar 1473 vermacht der Knappe Theme van Hörde seiner Frau Geste, Tochter des Albert van dem Bussche, als Leibzucht den Zehnten zu Herdinchusen in der Feldmark zu Ghesick mit einem Teil „des solthuses ton Westerenkotten‘ und andere Güter (Urk. Nr. 42). Die v. Horde waren damals noch nicht auf Wambeke (dem späteren Schwarzenraben) ansässig, so dass dieses Salzhaus schon ein älterer Besitz der Familie gewesen sein muss. Knappe Theme v. Hörde war ein Sohn aus der zweiten Ehe des Knappen Dietrich v. Horde zu Boke, er war 1511 verstorben. Ob der Sohn die Salzberechtigung zu Westernkotten vom Vater geerbt hat, oder wie sie sonst an die Boker v. Hörde gekommen sein konnte, ist unbekannt.
Knappe Theme (auch Themo) hatte keine Kinder, seine Witwe heiratete einen N. v. Schornenberg, d.h. v. Schorlemer. Es ist deshalb anzunehmen, dass der Anteil am Westernkötter Salzhaus, der zu ihrer Leibzucht gehörte, sich später bei den v. Schorlemer wiederfindet. Da aber gleichfalls unbekannt ist, aus welcher Linie dieser „v. Schornenberg“ stammte {(Hellinghausen, Kallenhardt, Rüthen etc.), dürfte eine Suche ziemlich aussichtslos sein.
Die Vorbesitzer von Wambeke waren die Boliken, die Freitag, die v. Berninghausen und die v. Graffen, die letzteren gleichzeitig zu je einer Hälfte. Alhard v. Horde zu Störmede kaufte um 1512 die Berninghausen-Hälfte und gab sie seiner Frau Elseke Hoberg als Leibzucht. Bewirtschaftet wurde Wambeke jedoch von Alhards Sohn Jürgen, der auch den Namen „Schwarzenraben“ einführte (etwa 1520). Jürgens Sohn Rutger erheiratete mit seiner zweiten Frau Anna v. Graffen die v. Graffen ’sche Hälfte (vor 1584).
Der Ursprung des Schwarzenrabener Salzdeputats aus Westernkotten ist deshalb wohl eher bei den Vorbesitzern von Wambeke zu suchen als bei den v. Hörde.