2004: Volksbank 100 Jahre

1903- 2003: 100 Jahre Volksbank Bad Westernkotten

Ein Beitrag zur Geschichte des Sparwesens im Raum Lippstadt

Von Wolfgang Marcus

[Erstabdruck: Marcus, Wolfgang, Hundert Jahre Volksbank Bad Westernkotten, in: Heimatblätter 84 (2004), S.81ff.]

Vorbemerkungen

Am 11. Oktober 1903 gründeten 65 Einwohner aus Westernkotten den „Westernkottener Spar- und Darlehenskassenverein“. Im folgenden sollen nach einer kurzen Einführung zur Geschichte des Sparkassenwesens und der Idee der Genossenschaftsbanken die Umstände, die zur Gründung in Westernkotten führten, näher beleuchtet werden. Anschließend werden in chronologischer  Betrachtungsweise die wesentlichen Entwicklungen und Veränderungen im Laufe der vergangenen 100 Jahre dargelegt. Dabei soll Geschichte des Ortes mit der Geschichte der Volksbank verknüpft werden. Ein kurzer Ausblick auf die zu erwartenden Veränderungen in den nächsten Jahren schließt sich an. Im Anhang finden sich dann statistische und tabellarische Angaben.

  1. Zur Vorgeschichte

1.1.Leihhäuser und Sparkassen

Erst im Jahre 1825 wurde im Gefolge der von Stein’schen Reformen und der Aufhebung der Bauernbefreiung sowie der Einführung der Gewerbefreiheit die erste Sparkasse in der preußischen Provinz Westfalen eröffnet, und zwar in Bielefeld. Sie sollte den Leinewebern dort durch die Bereitstellung von Krediten helfen, ihr Garn zu beschaffen. Dienstboten, Heuerlingen, Landarbeitern und Kleinbürgern sollte die Möglichkeit eröffnet werden, auch kleinere Ersparnisse gut anzulegen. Wenig später folgten die Sparkassen in Soest (auch 1825) und Paderborn.[1] 1832 erfolgte die Gründung einer „Provinzial-Hülfskasse“ (seit 1969: WestLB), bei denen die Sparkassen fortan ihr Geld sicher anlegen konnten. 1838 schuf Preußen mit dem „Preußischen Sparkassen-Reglement“ die erste gesetzliche Regelung eines deutschen Staates. Darin war eine staatliche Genehmigung und Aufsicht enthalten. Diese Regelung löste eine Welle von Sparkassengründungen aus.

In unserem Raum gab es eine solche Einrichtung bis dahin nicht. In Lippstadt war lediglich ein sog. Leihhaus eingerichtet worden, das seit 1786 bestand. Hier konnte man gegen Hinterlegung eines Pfandes (Juwelen, Perlen, Gold, Metalle, Leinwand, Kleidung usw.) bei einem Zinssatz zwischen 6 und 8 Prozent bis zu tausend Reichstaler bis zu einem halben Jahr ausleihen.[2]

Die Eröffnung der Sparkasse in Lippstadt erfolgte erst am 1. Januar 1842 im wesentlichen auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Bertram[3]. Mit der Eröffnung der ersten Kreissparkasse in Warburg 1844 wurde versucht, auch den ländlichen Raum für das Sparkassenwesen zu erschließen.

Das erste Geldinstitut in Erwitte und Anröchte war die „Sparkasse der Ämter Erwitte und Anröchte“, die am 1. August 1865 eröffnet wurde und von dem Erwitter Kaufmann Ludwig Kruse angeregt worden war. Zu den stellv. Vorsitzenden (Administratoren) gehörte auch der Westernkötter Gemeindevorsteher Reinhard Jesse. Garantiegeber waren die beiden Ämter. Aus ihr ist die heutige Sparkasse Erwitte-Anröchte hervorgegangen.[4]

1.2. Genossenschaftsbanken im Raum Lippstadt

Einige Jahre später bzw. fast zeitgleich kam es zunehmend zur Gründung genossenschaftlicher Banken, und die sind für die „Gewerbebanken“ eng verbunden mit dem Namen Hermann Schulze-Delitzsch (1808- 1883, gründete als Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung 1849 die erste Schuhmachergenossenschaft im sächsischen Delitzsch) und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Während Schulze-Delitzsch sich in den Städten vorrangig mit dem gewerblichen Sektor befasste, galt die Sorge Raiffeisens mehr der Bevölkerung auf dem Lande.

Zu Raiffeisen führt das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon aus: „Raiffeisen wurde am 30.3. 1818 als siebtes von neun Kindern des Landwirts Gottfried Friedrich R. und seiner Ehefrau Susanne Marie in Hamm a. d. Sieg geboren und starb am 11.3. 1888 zu Neuwied. – R. wuchs in wirtschaftlich bedrückenden Verhältnissen auf. Der Vater erkrankte nämlich 1821 schwer und fiel bis zu seinem Tod im Jahre 1849 als Ernährer seiner kinderreichen Familie aus. Die Notlage der Familie verhinderte es, daß R. eine höhere Schulbildung im Anschluß an die Volksschule erhielt. Sein Ortspfarrer, Georg Wilhelm Seipel, vermittelte dem begabten R. durch privaten Unterricht ein umfangreiches Allgemeinwissen. 17jährig ging er als Freiwilliger zum Militär. Nach dreijähriger Dienstzeit als Artillerist in Köln wurde er als Unteroffizier zur Weiterbildung zunächst an die Inspektionsschule Koblenz, dann an die staatliche Eisengießerei zu Sayn bei Koblenz kommandiert. Ein Augenleiden, das seine Sehkraft beeinträchtigte, zwang ihn, den Militärdienst zu quittieren und in den Zivildienst überzuwechseln. Im Anschluß an eine Einarbeitungszeit bei der Regierung zu Koblenz wurde er als Kreissekretär nach Mayen in der Eifel versetzt. 1845 erfolgte seine Ernennung zum Bürgermeister der 22 Gemeinden umfassenden Bürgermeisterei Weyerbusch im Westerwald. Eine Mißernte im Westerwald 1846 führte im Winter 1846/47 zu einer Hungersnot, der der weitaus größte Teil der Bevölkerung aus Mangel an eigenen Mitteln nichts entgegenzusetzen hatte. R. sorgte dafür, daß durch die Gründung des »Weyerbuscher Brodverein(s)« die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung gesichert wurde. Für die Zukunft sah er seine Aufgabe vor allem darin, die Lage der Landbevölkerung in den von ihm geleiteten Gemeinden durch die Schaffung von Genossenschaften zu verbessern. So kam es zunächst zur Gründung einer Bezugsgenossenschaft in Weyerbusch. Und als er 1848 zum Bürgermeister der Bürgermeisterei Flammersfeld (33 Gemeinden) bestellt wurde, gründete er hier den »Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte« einschließlich einer Sparkasse. Nach seiner Versetzung nach Heddersdorf (1852) gründete er hier, veranlaßt durch die täglichen Vorgänge, 1854 die »Heddersdorfer Wohltätigkeitsvereine«. Aus diesen Vereinen entwickelte er ab 1862 Darlehnskassenvereine, die als Selbsthilfeorganisationen mit unbeschränkter Haftung ihrer Mitglieder konzipiert waren. Im Anschluß an seine Pensionierung 1866 war R. ausschließlich mit dem Auf- und Ausbau der von ihm gegründeten Vereine beschäftigt. Er faßte sie zusammen und gründete 1877 den »Anwaldschaftsverband Ländlicher Genossenschaften«. Aus ihm, der bei seiner Gründung 24 Darlehnskassen-Vereine umfaßte und 1888, dem Todesjahr R.s, 400, sollte der Generalverband der deutschen Raiffeisen-Genossenschaften hervorgehen. – Für R. stellte sich das Genossenschaftswesen als eine religiös-sittlich fundierte Einrichtung dar. Die durch ihn gegründeten Spar- und Darlehnskassen bilden bis heute den Grundpfeiler der Organisation der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Das Lebensziel R.s hat auch zur Verbreitung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens im Ausland beigetragen.“

Diese Gedanken Raiffeisens fanden auch in unserem Raum Widerhall.  Nachfolgend die Gründungsjahre einiger Volksbanken aus unserem Raum:

Werl:               1869[5]

Anröchte:         1884[6]

Störmede:        1889[7]

Horn:               1892[8]

Westernkotten: 1903[9]

Hörste:             1903

Lippstadt:         1914[10]

Benninghausen:1914[11]

Die Frage stellt sich, warum neben die von den Städten, Kreisen und Ämtern gegründeten Geldinstitute nun zunehmend auch genossenschaftliche Einrichtungen traten. Raiffeisen schreibt einmal: „Auch der Bauer, der Handwerker und der Tagelöhner, sie müssen ihren Bankier haben. Zum Annehmen von Geld werden sich wohl Leute finden, zum Ausleihen aber, wie es hier nötig ist, …wohl niemals.“ Hier schwingt eine harte Kritik an den Geldinstituten mit öffentlich-rechtlichen Gewährsträgern mit: die sog. kleinen Leute bekamen dort oft kein Darlehen, weil sie nicht kreditwürdig waren. Erst indem ein Bauer, kleiner Selbständiger oder Fabrikarbeiter Mitglied eines Darlehenskassenvereins wurde und sein gesamtes Vermögen als haftendes Kapital einbrachte, wurde er kreditwürdig.

  • 1.3. Zur Ausgangslage: Westernkotten 1903

Bevor im folgenden die eigentliche Geschichte der heutigen Volksbank dargelegt wird, soll zunächst noch kurz die Situation in Westernkotten zu dieser Zeit geschildert werden.

Westernkotten hatte zur damaligen Zeit knapp 1200 Einwohner, diese waren bis auf eine kleine Minderheit an Juden und noch weniger evangelischen Christen zu mehr als 95 Prozent katholisch. Erst ein Jahr zuvor, im Januar/Februar 1902 hatte sich die katholische Kirchengemeinde nach mehr als 270-jährigem Kampf von der Mutterpfarrei Erwitte lösen können und war eine eigene Pfarrei geworden. Erstmals hatte Westernkotten seitdem auch einen eigenen Pfarrer, Franz Bokel, gebürtig aus Stukenbrock, der erst im Oktober 1902 seine Stelle antrat. Das höchste kirchliche Fest war auch damals schon der aus dem 30-jährigen Krieg stammende Lobetag.

Im Schulbereich gab es eine dreiklassige Schule: die Jungen und Mädchen des 1. und 2. Schuljahres wurden in einer Sammelklasse in der Vikariewohnung an der Aspenstraße unterrichtet, die Jungen und Mädchen jeweils des 3. bis 8. Schuljahres wurden in einer Jungen- und einer Mädchenklasse in einem Schulgebäude am Kirchplatz (heute steht dort etwa das Ehrenmal) unterrichtet. Insgesamt gab es etwa 190 Schulkinder, die von drei Lehrpersonen unterrichtet wurden. An ihrer Spitze stand seit 1869 Hauptlehrer Friedrich Tuschhoff, gebürtig aus Winterberg. In der Schule herrschte katholisch-konservativer, obrigkeitsstaatlicher Geist, geprägt von einer scheinbar natürlichen Standeshierarchie und Unterordnung in der Gesellschaft, von Propaganda für Vaterland und Kaiser und einem Denken, dass – sicherlich nicht ganz zu Unrecht – Sozialdemokratie mit Atheismus und Marxismus gleichsetzte. Eine Kinderbewahrschule gab es noch nicht.

Zur Wirtschaft lässt sich sagen, dass neben der Landwirtschaft besonders die Salzindustrie von Bedeutung war. Hier war das Sälzerkollegium, die Gruppe der Eigentümer, einflussreich; zu diesem gehörten 1903 die adligen Häuser von Landsberg, von Papen, die Gebrüder Bredenoll sowie die Westernkötter Gutsbesitzer Löper und Jesse. Die Bahnlinie Warstein-Lippstadt bestand seit 1883. Zahlreiche Männer aus Westernkotten fanden damals Arbeit bei der Westfälischen Union in Lippstadt, einem Drahtwerk. In der Regel gingen sie morgens zu Fuß nach Lippstadt und abends auf dem selben Weg zurück. Hier kamen sie auch in Kontakt mit sozialdemokratischen Ideen. An selbständigen Handwerkern im Ort sind besonders Schuster, Schreiner und Schmiede zu nennen.

Politisch spielte das Zentrum die wichtigste Rolle. Bei den Reichstagswahlen

1903 entfielen nur 15 der 236 gültigen Stimmen auf die SPD (=6,35%). Die Überwachung oppositioneller, politischer Betätigung gehörte damals zum Alltag. Sie war seit den Sozialistengesetzen 1878 den Bürgermeistern aufgegeben, die regelmäßige Berichte an den Landrat schickten. Bei den Gemeinderatswahlen wurde nach dem Dreiklassenwahlrecht gewählt. Zur damaligen Gemeindevertretung Westernkotten gehörten der Gemeindevorsteher Adalbert Jesse und die Gemeindeverordneten Wilhelm Hollenbeck, Franz Spiekermann, Rudolf Löper (alles Landwirte), Josef Kreling und Fritz Jütte (Handwerker) und Engelbert Johannknecht (Arbeiter). Daneben war Westernkotten im Amt Erwitte vertreten.

Für das Gesundheitswesen gab es ebenso eine vom Gemeinderat gebildete Kommission wie für das Armenwesen. Krankenanstalten gab es in Erwitte und Lippstadt. Die Gemeinde beschäftigte vor Ort eine Hebamme.

Im Vereinsleben spielte der Schützenverein die wichtigste Rolle. Er beschloss übrigens im Jahr 1903 erstmals eine gemeinsame Uniform. Daneben gab es nur noch den Krieger- und Landwehrverein, der aber in dieser Zeit wenig Bedeutung hatte und erst 1906 „wiedergegründet“ wurde, und den nicht sehr großen Bienenzuchtverein von 1849 sowie einen Rindvieh-Versicherungsverein der Landwirte. Am 8. Februar 1903 gründete Pfarrer Bokel den Katholischen Volksverein, der auf Initiative der Partei des Zentrums in Deutschland immer weiter verbreitet wurde und in Lippstadt seit 1888 bestand. Auch eine freiwillige Feuerwehr bestand im Jahre 1903 als solche noch nicht.

2.Gründung des Spar- und Darlehensvereins in Westernkotten im Jahre 1903

2.1. Pfarrer Bokel als „Motor“

Da sich das Gründungsprotokoll, die Gründungsstatuten sowie die entsprechende Bekanntmachung des Amtsgerichtes noch in den Altbeständen des Amtsgerichtes Lippstadt befinden[12], sind wir über die Anfänge der Volksbank Westernkotten gut informiert.

So ist zu erkennen, dass der „Westernkottener Spar- und Darlehenskassenverein“, wie er sich nannte, am 27.9.1903 gegründet wurde, und zwar von 65 Mitgliedern (Gründungsmitglieder: siehe Kasten).

Die Annahme und Unterzeichnung der vom Amtsgericht Lippstadt geprüften Statuten erfolgte unter dem 11. Oktober, die Eintragung in das Genossenschaftsregister unter lfd. Nummer 8 fand am 16.10.1903 statt. Veröffentlicht wurde die Ersteintragung im „Zentralhandelsregister für das Deutsche Reich“ am Dienstag, 3.11.1903, in der Nr. 259.

Die Statuten lehnen sich eindeutig an ein vom Dachverband unter Berücksichtigung des Genossenschaftsgesetzes von 1889 entwickeltes Musterstatut an. Es lag in gedruckter Form vor, einzelne Textlücken sind handschriftlich ergänzt. Das Genossenschaftsgesetz regelte alle rechtsformspezifischen Vorschriften, so die Organe der Genossenschaft, ihre Rechte und Pflichten sowie die Prüfungspflicht durch verbandliche Revisoren.

Die Gründung der Genossenschaftsbank erfolgte eindeutig auf Initiative von Pfarrer Franz Bokel, der auch der erste Aufsichtsratsvorsitzende wurde. Er verstand sein Amt noch ganzheitlich und hatte schnell erkannt, dass neben die Seelsorge auch die Bekämpfung der materiellen Armut, die „Leib-Sorge“, gehörte und ein Schlüssel für die Hebung des allgemeinen Wohlstandes ein Sparkassenverein war. „Die damalige wirtschaftliche Situation war gekennzeichnet durch eine wachsende Agrarkrise mit den Symptomen der Verschuldung von Landwirten und ländlichem Handwerk. Zu den besonders gefährdeten Räumen dieser Entwicklung gehörte auch unter anderem Westfalen mit seinem ausgeprägtem landwirtschaftlichen Charakter. Hier zog die stark und früh aufkommende Industrie eine Unmenge Kapital vom Lande ab, weil sie aufgrund ihrer größeren Produktivität in der Lage war, hohe Zinsen zu zahlen, die für die Landwirtschaft und die ländlichen Erwerbswirtschaften unerschwinglich waren. Das Landvolk geriet unter Ausnutzung dieser Entwicklung durch fragwürdige und wucherische Geldgeber in eine finanzielle und wirtschaftliche Abhängigkeit, die auf die Dauer für seine Existenz bedrohlich werden mußte.“[13]

Wie bereits erwähnt war Franz Bokel erst im Oktober des Vorjahres nach Westernkotten gekommen und somit gerade erst ein Jahr im Amt, als die „Spadaka“ oder „Kasse“, wie zumeist formuliert wurde, gegründet wurde. Dass Geistliche sich an die Spitze der Bewegung zur Gründung von Sparkassenvereinen stellten, war durchaus nicht unüblich. So war in unserem Raum bereits am 31.1.1892 die Spadaka Horn auf Veranlassung des Kaplans von Haehling gegründet worden; der Pfarrer von Horn und Dechant des Dekanates Lippstadt, Stratmann, wurde der erste Vorsitzende des dortigen Sparkassenvereins. Da Westernkotten zum Dekanat Lippstadt unter der Leitung von Dechant Stratmann gehörte, wird Bokel auch von diesem im Rahmen des regelmäßigen Konveniats viel über die Genossenschaftsbank (in Horn) gehört haben.

Wahrscheinlich spielte in dieser Zeit der gerade erst erfolgten und sehr problematisch verlaufenden Loslösung von der Mutterpfarrei Erwitte auch eine weitere Form der Selbständigwerdung Westernkottens eine nicht unbedeutsame Rolle bei der Gründung der Bank.

2.2. Die Mitglieder

Betrachtet man die Liste der 65 ersten Mitglieder näher, so wird deutlich, dass (mindestens) 26 dem Arbeiterstand angehörten, 20 Handwerker und Selbständige waren[14] und 17 Landwirte. Dazu kamen Pfarrer Bokel und Hauptlehrer Friedrich Tuschhoff. Mithin genau die drei Berufsgruppen, die schon Friedrich Raiffeisen besonders im Blick hatte.

2.3. Zweck des Vereins, Vorstand, Aufsichtsrat, Zinssätze

Der Gegenstand des Unternehmens laut Eintragung im Genossenschaftsregister vom 16.10.1903 war wie folgt: „Betrieb eines Spar- und Darlehenskassengeschäftes zum Zwecke 1. der Erleichterung der Geldanlage und Förderung des Sparsinns, 2. der Gewährung von Darlehen an die Genossen für ihren Wirtschaftsbetrieb.“ Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde Gutsbesitzer Heinrich Mönnig aus den Reihen der Landwirte gewählt. Weiter gehörten dem ersten Vorstand an: Schreiner Josef Schäfermeier, Schmied Caspar Schäfer,Salinenkontrolleur Franz Hense und Fabrikarbeiter Theodor Senger. Auch hier also eine Beteiligung aller drei Berufsgruppen.

Zum ersten Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Pfarrer Franz Bokel gewählt. Ihm zur Seite standen Landwirt Heinrich Deimel, Fabrikarbeiter Josef Brexel, Salinenarbeiter Anton Dabrock und als stellv. Vorsitzender Gutsbesitzer Leo Jesse. Als erster Rendant stand dem Verein Hauptlehrer Tuschhoff zur Verfügung.

Als „Eintrittsgeld“ in den Verein mussten 2 Mark gezahlt werden, ab dem 1.2.1904 drei Mark. Das Fehlen bei Generalversammlungen zog ein Strafgeld von 0.50 Mark nach sich. Die Generalversammlung sollte immer am 3. Sonntag im Mai stattfinden.

Die Umsätze der Bank waren zu Anfang noch recht bescheiden, der Kassenbericht für 1903 weist Einnahmen in Höhe von 4002,76 M und Ausgaben von 3390,71 M aus, mithin einen Bestand von 612,05 M. Die Aktiva betrugen Ende 1903 3664,58 M, die Passiva 3663,31 M, mithin ein Reingewinn von 1,27 M.

Die Zinssätze waren noch recht überschaubar: Die Darlehenszinsen wurden von der Gründungsversammlung auf 4 Prozent festgesetzt, die Zinsen der Einlagen auf 3,5 %. Die Darlehensobergrenze betrug 3000 Mark, das Betriebsvermögen wurde mit 50.000 Mark festgesetzt. Von Anfang an unterstand die Bank der Prüfung von Revisoren des Verbandes.

3.Zur Geschichte der Volksbank 1903 – 2003

3.1. 1903-1911: Rendant Friedrich Tuschhoff

Nach der erfolgreichen Gründung nahm der Spar- und Darlehenskassenverein seine Arbeit auf. Die Kassengeschäfte führte Hauptlehrer Tuschhoff in seiner Wohnung in der Aspenstraße 14. In der ersten Generalversammlung nach der Gründung hielt Aufsichtsratsvorsitzender Pfarrer Bokel nochmals einen Vortrag über die Bedeutung des Sparens und Rendant Tuschhoff konnte Einnahmen in Höhe von mehr als 4000 Mark und Ausgaben in Höhe von ca. 3400 Mark berichten. Die Protokolle der Folgejahre zeigen, dass auch die verbandlichen Prüfungen keine Beanstandungen ergaben. Auch die Mitgliederzahl stieg von 74 im Jahre 1904 auf 99 im Jahre 1910. 1906 wurde das Betriebskapital von 50.000 Mark auf 100.000 Mark erhöht, 1907 der Geschäftsanteil auf 30 Mark heraufgesetzt. Die Zinsen für Einlagen legte man ab 1908 auf 4 % fest, für Darlehen auf 4,5 %, 1909 auf 3,5 bzw. 4 %.

3.2. 1911-1922: Rendant Franz Hense

Salinenkontrolleur Franz Hense hatte schon von Anfang an dem Vorstand angehört und zeichnete u.a. für das Protokoll der Jahreshauptversammlung verantwortlich. Am 19.3.1911 wurde er von der GV zum neuen Rendanten gewählt. Geschäftsraum wurde ein Zimmer im Haus von Franz Hense in der Aspenstraße 24.

Hauptlehrer Tuschhoff war vorher altersbedingt ausgeschieden. Er starb schon am 25.5.1912 in Paderborn. Fast 42 Jahre war er Lehrer in Westernkotten gewesen, hatte fleißig die Orgel gespielt und auch die Imkerei gefördert.

1913 werden im Protokoll der GV auch sechs Frauen erwähnt, sie waren aber – der Zeit entsprechend – noch nicht stimmberechtigt. 1913 betrugen die Einnahmen und Ausgaben etwa 122.000 Mark, der  Reingewinn 315,47 M., der wie immer der Rücklage zugeführt wurde. 1914 wurde das Betriebskapital auf 150.000 Mark erhöht. Die Kasse hatte sich also schon einen festen Platz im Wirtschaftsleben des Dorfes gesichert.

Mit Beginn des 1. Weltkrieges stagnierte die Zahl der Mitglieder bei etwa 105 und ging sogar leicht auf 102 zurück. 1915 trat Pfarrer Ronnewinkel als neuer Pfarrer von Westernkotten und Nachfolger von Franz Bokel das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden an.

In der Nachkriegszeit wurde durch die zunehmende Inflation die positive Entwicklung der Bank fast vollkommen zerstört. Die nach dem Kriege ohnehin schon schwierige Lage der Kasse gestaltete sich bei der ständig fortschreitenden Geldentwertung immer ungünstiger. Es bestand praktisch keine Möglichkeit, das angelegte Vermögen vor dem Währungsverfall zu retten. Die Einlagen wurden zahlenmäßig höher und höher und stiegen erst in die Millionen, dann sogar in die Billionen. Der innere Wert des Vermögens sank aber rapide aufgrund des Währungsverfalls. Deutschland war mit einer gewaltigen Papiergeldflut überschwemmt. Betrugen Einnahmen und Ausgaben 1921 noch etwa 850.000 Mark, so waren es 1922 schon 8, 12 Mio.!

3.3. 1922-1938: Rendant Wilhelm Kessing

Mit der Übernahme des Amtes als Rendant 1922 wurde auch die Geschäftsstelle der Kasse in das Haus des Kaufmanns Wilhelm Kessing, Am Ehrenmal 4, verlegt. Wilhelm Kessing unterhielt in dem Haus nicht nur die Spadaka, sondern auch noch einen kleinen Laden, eine Gaststätte und zeitweise auch die Post.

Die Einführung der Rentenmark im November 1923 strich eine in die Billionen gehende Bilanzsumme drastisch zusammen. Den schwer geschädigten Sparern wurde durch das Aufwertungsgesetz wenigstens teilweise Ersatz für die durch jahrelange Sparsamkeit zurückgelegten und jetzt verloren gegangenen Gelder geschaffen. Die Kasse hat sich dann mit allen Mitteln bemüht, das schuldlos verlorene Vertrauen der Sparer von neuem zu gewinnen. Dies zeigt sich auch an der Teilnahme an der GV: waren es 1924 nur 33 Mitglieder, so fanden sich 1925 schon wieder 84 Mitglieder zur Versammlung ein. In dieser wurde der neue Pfarrer Schreckenberg in den Aufsichtsrat gewählt, aber nicht als Vorsitzender. Schreckenberg blieb noch bis 1928 im Aufsichtsrat, seitdem ist kein Geistlicher mehr in den Vorstandsgremien der Bank verzeichnet.

1924 wurde der Mitgliedsbeitrag auf 100 Mk. erhöht. 1925 sprach man dem Vorstand zu, Kredite bis zu 3000 Mk zu gewähren, dem Aufsichtsrat bis 10.000 Mk.; das Betriebskapital erhöhte man auf 200.000 Mk. 1929 diskutierte die Versammlung über die Probleme der Weltwirtschaft, eine Feuer- und Einbruchversicherung wurde abgeschlossen; der langjährige Vorsitzende, Gutsbesitzer Heinrich Mönnig, wird mit herzlichem Dank verabschiedet. 1930 werden „Sparbarautomaten“ erörtert. 1932 wurden für Einlagen 6 % und für Darlehe 8 % Zinsen festgelegt.

Einschränkungen ihrer Selbstverwaltung musste die Genossenschaft im Zuge der Gleichschaltung des nationalsozialistischen Systems 1934 hinnehmen. In allen Generalversammlungen in diesen Jahren, die im übrigen im Gasthof Dietz durchgeführt wurden, fanden jeweils Fachvorträge zumeist von auswärtigen Experten statt. 1936 wird eine Bitte des Kreisbauernführers um eine Spende für eine Tierschau in Erwitte abgelehnt, „da die Kasse auch aus vielen Nichtbauern besteht“.

3.4. 1938-1981: Rendant und Sparkassendirektor Franz Schäpermeyer

Ab 1938 leitete Rendant Franz Schäpermeyer aus Benninghausen zunächst im Hause Duwentester, Wolfsangel, die Bank. Unter seiner Leitung wurde in den Jahren 1945/46 ein Warengeschäft („Bezugs- und Absatzgeschäft für landwirtschaftliche Bedarfsartikel und Produkte“) angegliedert. Der Beschluss dazu war schon 1938 erfolgt, konnte aber wegen der Kriegsjahre nicht ausgeführt werden. Das Warenlager befand sich unter anderem in der Volkshalle bzw. bei Günnewig, Aspenstraße. Für die GV 1947 findet sich erstmals eine schriftliche Einladung, die dem Protokoll beigeheftet ist.

Das wirtschaftliche Chaos der Nachkriegszeit wurde am 21. Juni 1948 mit der Währungsreform beendet. Der Reichsmark-Abschluss der Bank endete in Einnahmen und Ausgaben in Höhe von fast 2,3 Mio. Reichsmark, die Eröffnungsbilanz per 21.6.1948 betrug – erstmals in DM – 160.089,68 DM, die Bilanzsumme für Ende 1949 241.000 DM. Das Eigenkapital per 21.6.1948 betrug 10.200 DM.

Am 8.11.1949 wurde das Grundstück Osterbachstraße 7 von Baron von Papen erworben. Im darauffolgenden Jahr entstand dort ein Bank- und Lagergebäude, das bereits im Oktober 1950 fertiggestellt war. Erstmals verfügte die Bank damit über ein eigenes Gebäude.

Mit der Gründung der Solbad Westernkotten am 1.5.1950 nahm auch der Badeort einen kräftigen Aufschwung, an dem die Bank nicht unerheblichen Anteil hatte. 1958 wurde Westernkotten der Titel „Bad“ verliehen.

1957 beschloss die GV erstmals, den Reingewinn des Vorjahres nicht komplett der Rücklage zuzuführen, sondern eine Dividende auf die Geschäftsanteile auszuschütten.

Zum Lagerraum, in dem die anfallenden landwirtschaftlichen Produkte aufbewahrt wurden, kam 1961 die Anschaffung einer Trocknungsanlage hinzu. Schon 1956 hatte man beschlossen, den Vereinszweck auch auf die gemeinschaftliche Maschinenbenutzung auszudehnen und den § 2 entsprechend zu ändern.

Im September 1962 feierte Franz Schäpermeyer sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Am 1.8.1963, also 60 Jahre nach der Volksbank, eröffnete mit der Sparkasse Erwitte-Anröchte ein zweites Geldinstitut eine Filiale in Bad Westernkotten.

Bereits 1964 waren ein Umbau und die Vergrößerung des Gebäudes der Spar- und Darlehenskasse nötig. Die Fassade und die Einrichtung der Büroräume wurden modernisiert. Hatte zuvor immer nur ein Kunde das Schalterbüro betreten, so konnten jetzt mehrere Kunden gleichzeitig bedient werden. Im Jahr 1966 erfolgte die Umstellung der Buchhaltung auf elektronische Datenverarbeitung und der Anschluss an das Rechenzentrum in Paderborn.

Auch in Bezug auf die Rechtsform erfolgte durch Beschluss der GV vom 6.10.1966 eine entscheidende Veränderung: die Bank wurde in eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (bisher: unbeschränkt) umgewandelt, die Satzung und der Name (jetzt: Spar- und Darlehenskasse eGmbH Bad Westernkotten) entsprechend angepasst. Die Haftsumme wurde auf 1000 DM festgesetzt, die Geschäftsanteile kosteten nun 300 DM, höchstens 10 konnten erworben werden. Mit der Haftsumme wird auch heute noch an den Grundsätzen des Genossenschaftsgedankens festgehalten. Noch heute ist diese Rechtsform der Genossenschaften einzigartig. Sie sind als Zwischenstück einer Kapitalgesellschaft und einer Personengesellschaft zu sehen. In der Genossenschaft hat jedes Mitglied unabhängig von der Einlage nur eine Stimme. Gleichzeitig ist aber auch die Haftung auf den Geschäftsanteil und die zusätzliche Haftsumme beschränkt.

1968 schied Bauer und Heimatforscher Heinrich Eickmann 80-jährig nach 31 Jahren als Vorstandsvorsitzender aus. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bereits 1966 war er mit der silbernen Raiffeisen-Nadel ausgestattet worden. Im Februar 1969 erhielt er noch die goldene Raiffeisennadel. Gleichzeitig ernannte man Rendant Franz Schäpermeyer zum Sparkassendirektor[15]. Guten Kontakt hielt Schäpermeyer zusammen mit Bürgermeister Josef Brock auch zu Sozialminister Figgen[16], so dass erreicht werden konnte, dass Bad Westernkotten 1975 die staatliche Anerkennung als Heilbad bekam. Ein weiteres großes Finanzierungsobjekt in dieser Zeit war das Schul- und Sportzentrum auf dem Bomhof.

Bei der Generalversammlung am 24.11.1978 feierten 179 anwesende Mitglieder das 75-jährige Bestehen der Einrichtung. Dafür hatte man erstmals das Kurhaus als Versammlungsstätte gewählt. Stolz konnte berichtet werden, dass die Bilanzsumme der Bank auf über 14 Mio. DM gestiegen war. Eine Geburtstagsspende ging an die Deutsche Krebshilfe unter Mildred Scheel. Eine weitere Feier des runden Jubiläums fand im Rahmen eines „Dämmerschoppens“ vor der Schützenhalle am 15.6.1979 statt. Am 1.10.1979 erfolgte die Übertragung der Buchungsdaten über Datex-Fernleitung in das Rechenzentrum Münster.

3.5. 1979/82-2001: Sparkassenleiter Theo Groene und Werner Plümpe

Um das sogenannte Vieraugenprinzip zu erfüllen, wurde im Januar 1979 Theodor Groene vom Aufsichtsrat als zweiter hauptamtlicher Geschäftsleiter in den Vorstand berufen. Die Umfirmierung in „Volksbank Bad Westernkotten eG“ erfolgte auf der Generalversammlung am 10.10.1980.

Im Jahre 1981 erfolgten umfassende Um- und Erweiterungsbauten am Bankgebäude. Die Schalterhalle wurde um das Doppelte erweitert, eine eigene panzerverglaste Kassenbox ersetzte die bis dahin üblichen Trennscheiben zwischen Kunden- und Arbeitsbereich. Während der fünfmonatigen Umbaumaßnahmen wurden die Kassengeschäfte im Johannes-Haus, dem Pfarrzentrum der kath. Kirchengemeinde, abgewickelt. Der Neubau wurde im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ am 3.10.1981 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Eröffnung präsentierte die Volksbank eine schöne Silbermedaille, die das gerade neu eröffnete Solebewegungsbad und das Gemeindewappen zeigt.

Ende 1981 schied Bankdirektor Franz Schäpermeyer nach mehr als 40jähriger Leitung der Kasse aus dem Dienst. Im Rahmen einer Feierstunde am 29.1. 1982 wurde ihm die goldene Ehrennadel, der höchsten Auszeichnung des Verbandes, verliehen. „Aus dem ‚Stuhl- und Tischbetrieb‘ führte er das Institut zu einer leistungsfähigen Universalbank, die heute ein Bilanzvolumen von 20 Millionen Mark repräsentiert, über 300 Millionen Mark Jahresumsatz macht und mehr als 6000 Kundenkonten zählt.“[17] 1981 arbeiteten einschließlich der Teilzeitkräfte und der Beschäftigten im Landhandel etwa 14 Personen bei der Volksbank.

Mit der Verabschiedung wurde ab 1.1.1982 Werner Plümpe als weiterer Geschäftsleiter in den hauptamtlichen Vorstand berufen. Am 18.1.1983 wurde das Warengeschäft durch eine Raiffeisen-Tankstelle erweitert. Zuvor war eine weitere Grundstückfläche zur Leckhausstraße hin vom Baron von Papen erworben worden. Bereits im Juni 1985 musste die Tankstelle erweitert werden, um auch bleifreien Treibstoff an die Kundschaft abgeben zu können. Ein zusätzlicher 20.000-Liter-Erdtank musste eingelagert werden. Die Eröffnung erfolgte am 22.6.1985.

Am 18. November 1985 konnten erstmals die Kontoauszüge einem Selbstbedienungsdrucker entnommen werden. Die Tankstelle und das Warengeschäft verpachtete man am 30.6.1988 an die RCG Kornhaus GmbH. Der Landhandel wurde Ende 1991 eingestellt, da erhebliche kaum rentierliche Reparaturen am Gebäude nötig geworden waren.

Vorsitzender des Aufsichtsrates war von 1972 – 1987 Josef Brock. Dieser erhielt am 6.6.1986 für 25 Jahre im Aufsichtsrat die Silberne Ehrennadel[18].

1990 wird erstmals die Mitgliederzahl von 1000 erreicht.

Vorsitzender des Vorstandes von 1968 bis 1992 war Josef Besting, seitdem waren es die beiden Geschäftsführer Groene und Plümpe.

„Nach umfangreichen Bauarbeiten seit November 1992 erstrahlt nicht nur die vergrößerte Schalterhalle der Volksbank Bad Westernkotten, Osterbachstraße 7, im neuen Erscheinungsbild,“ so beschreibt der Patriot im Juni 1993 den ersten größeren Umbau seit 1981, „hinzugekommen sind ein weiterer Beratungsraum sowie eine Beratungsecke. Im modernen Tresorraum wird jetzt mit 200 Kundenschließfächern gleich die doppelte Anzahl angeboten. Auch dem vielfältgen Kundenwunsch nach einer rollstuhl- und kinderwagengerechten Auffahrt wurde entsprochen. Möglich wurde die Erweiterung der Büroflächen, nachdem das Getreidelager im rückwärtigen Teil des Hauses Ende 1991 die Getreideannahme, Lagerung und Trocknung einstellte.“ Am 26.6.1993 wurde die Erweiterung im Rahmen eines Tages der offenen Tür eingeweiht.[19] Mit der Jahresbilanz am 31.12.1993 wird erstmals die Summe von 50 Mio. DM überschritten.

Bei der Generalversammlung am 26.9.1995 sehen die Eckdaten wie folgt aus: Bilanzsumme über 60 Mio. DM, 1177 Mitglieder. Monsignore Kuhne aus Hardehausen hält eine beachteten Vortrag zum Thema „Europa – Erbe und Auftrag.[20]

1996 rückt der Mitbewerber in Bad Westernkotten, die Filiale der Sparkasse Erwitte-Anröchte, zumindest räumlich näher: sie bezieht am 2.9. das Erdgeschoss in der Nordstraße 1b[21]. Die Volksbank „kontert“ mit einer Steigerung der Bilanzsumme auf über 66 Mio. DM.

Anfang März 1997 bricht auch bei der Volksbank Bad Westernkotten das Chipkarten-Zeitalter an: das Geldinstitut hat einen Terminal installiert, mit dem sich Kleinbeträge bis 400 DM auf die Karte „laden“ lassen.[22]

Seit Jahrzehnten unterstützt die Volksbank gemeinnützige Vereine und Initiativen, so stellt sie auch Anfang Mai 1998 6500 DM zur Verfügung[23]. Am 8.8. präsentiert die Bank die neue Selbstbedienungszone in einem Anbau rechts des Gebäudes.[24] Bei der GV am 1.9.1998 kann eine Bilanzsumme von über 71 Mio. DM bekanntgegeben werden.

Bei der GV am 14.9.1999 wird erstmals bekannt gegeben, dass ein Zusammenschluss mit einer Nachbarbank angestrebt werden soll. Josef Neite wird für 25 Jahre im Aufsichtsrat geehrt[25]. Am 15.u.16.10.1999 wird die Raiffeisen-Tankstelle nach erfolgter Renovierung mit einem Fest wieder eröffnet. Fortan sind die Tanksäulen von beiden Seiten gleichzeitig zu nutzen; der Verkauf von Artikeln für Garten und Tier in einem eigenen Shop wird eingestellt.[26]

Bei der Generalversammlung am 27.6.2000 mit 240 Teilnehmern schlagen Vorstand und Aufsichtsrat nach Gesprächen auch mit der Volksbank Lippstadt eine Fusion mit der Volksbank Anröchte, der sich auch Rüthen anschließen möchte, vor. Aus der Versammlung wird vorgeschlagen, auch weiterhin eine Fusion mit Lippstadt einzuplanen. Nach 13 Jahren wird Franz Boberschmidt als Aufsichtsratsvorsitzender verabschiedet und erhält den Ehrenbrief des Verbandes[27]. Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender wird Willi Stillecke.

Mit 299 Ja-Stimmen (gleich 96,1 %) bei 12 Nein-Stimmen beschließt die Generalversammlung der Volksbank am 5.9.2000 die Fusion mit der Volksbank Anröchte. In den neuen Gesamt-Aufsichtsrat werden Willi Stillecke und Heinz Knoche gewählt.[28] Die Versammlung findet übrigens in einem Zelt auf dem Schützenplatz statt, da der Fußboden der Volkshalle gerade renoviert wird.

Bei der letzten eigenständigen GV am 6.6.2001 ist mit der Abschlussbilanz  erstmals nach Jahrzehnten ein leichter Bilanzrückgang zu verzeichnen. Josef Neite wird nach 27 Jahren im Aufsichtsrat verabschiedet[29]. Am 7.6.wird der Zusammenschluss beim Amtsgericht Lippstadt eingetragen.

Am 22.u.23.6.2001 stellt die Bank wegen der Fusion den SB-Bereich um. Die neue Bankleitzahl  416 612 06 löst die alte 416 613 79 ab[30]. Die Verabschiedung des langjährigen Vorstandsmitgliedes Theo Groene fand am 27.6.2001 statt.

3.6. Die Volksbank Bad Westernkotten als Niederlassung der Volksbank Anröchte

Im Vorstand der Volksbank Anröchte ist die Bad Westernkötter Filiale mit Werner Plümpe vertreten, im 11-köpfigen Aufsichtsrat mit Willi Stillecke und Heinz Knoche.

Die Einführung des Euro als alleiniges Zahlungsmittel am 1.1.2002 erleben viele in Bad Westernkotten ohne große Emotionen. Die Banken haben auch am 1. Januar geöffnet. Größeres Gedränge herrscht in den Geldinstituten am Mittwoch, 2.1., als viele ihre letzten DM in Euro umtauschen. Wie bundesweit auch läuft der Umtausch nahezu reibungslos.

Nach der Verschmelzung finden wegen der großen Anzahl der Mitglieder keine Mitgliederversammlungen mehr statt; vielmehr wird für je 50 Mitglieder ein Vertreter für die Vertreterversammlung gewählt. Die Ergänzungswahl für die Vertreterversammlung für den Bereich Bad Westernkotten fand am 16.4.2002 in der Volkshalle Bad Westernkotten statt. Von 131 Anwesenden wurden 27 Vertreter gewählt, die erstmals am 2. Juli 2002 an der gemeinsamen Vertreterversammlung der Volksbank Anröchte teilnahmen. Die Bilanz der neuen Gesamtbank zum Jahresende 2001 erreichte eine Summe von über 427 Mio. DM.

Nach Abschluss der Baumaßnahmen in der Ortsmitte mit der Verlängerung der Kurpromenade und der Offenlegung des Osterbaches am 31.8.2002 präsentiert sich auch das Äußere der Volksbank in einem ansprechenden Bild.

Seit dem 20. Februar 2003 läuft in der „Niederlassung Bad Westernkotten der Volksbank Anröchte“ ein erneuter Umbau. Das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen wird am 17. Mai in der Volkshalle Bad Westernkotten gefeiert.

4.Ausblick

Seit mehr als 150 Jahren gibt es Genossenschaften in Deutschland. Ihre Idee ist dabei so modern wie zu ihrer Entstehungszeit: Hilfe zur Selbsthilfe. Genossenschaften sind heute weltweit in fast allen Bereichen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens ein wichtiger Bestandteil. Im Mittelpunkt genossenschaftlicher Unternehmen stehen die Mitglieder, wobei keine Rechts- und Organisationsform so unmittelbar die Möglichkeit der Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitverantwortung bietet.

Mit der Entscheidung vom 5. September 2000, mit der Volksbank Anröchte zu verschmelzen, hat die Volksbank Bad Westernkotten nach bisherigen Erkenntnissen zur richtigen Zeit den richtigen Schritt getan. Sie hat in den Volksbanken Anröchte und Rüthen „Partner auf Augenhöhe“ gefunden. Niemand kann heute sagen, ob damit der „Zwang zu größeren Einheiten“ schon seinen Abschluss gefunden hat oder ob weitere Fusionen nötig sein werden.

Ich habe da meine eigene Meinung: Größe und Bilanzsumme sind nicht alles! Es gilt, die Ziele des Gründervaters Friedrich Raiffeisen nicht aus den Augen zu verlieren: Solidarität der Stärkeren mit den Schwachen. Und: Einigkeit macht stark! In diesem Sinne haben auch kleinere Einheiten, die sparsam wirtschaften, Kundennähe mit Kopf, Herz und Hand praktizieren, durchaus eine Zukunft und können einen wichtigen Beitrag zur Bürgergesellschaft der Zukunft leisten, die sich ohnehin angesichts knapper Staatsfinanzen wieder mehr auf die von Raiffeisen beschworenen Tugenden besinnen muss.

5. Anhang: Statistisches

5.1.Vorstand

Den Vorsitz im Vorstand hatten die folgenden Personen inne:

1903-1929: Mönnig, Heinrich

1929-1937: Meyer, Lorenz

1937-1968: Eickmann, Heinrich

1968-1992: Besting, Josef

1992-2001: Theo Groene und Werner Plümpe

Dem fünfköpfigen Vorstand gehörten an:

1903-1929: Mönnig, Heinrich

1903-1914: Schäfermeier, Josef

1903-1911: Hense, Franz

1903-1932: Senger, Theodor

1903-1923: Schäfer, Caspar

1911-1937: Meyer, Lorenz

1914-1921: Löper, Rudolf

1921-1968: Eickmann, Heinrich

1923-1954: Otto, Anton

1937-1946: Mönnig, Heinrich

1946-1954: Kreling, Wilhelm

1946-1954: Duwentester, Heinrich

1954-1978: Stillecke, Wilhelm

1954-1964: Westerfeld, Josef

1954-1964: Schäfermeier, Anton

1955-1971: Hollenbeck, Franz

1964-1992: Besting, Josef

1971-1990: Gudermann, Josef

1973-1981: Schäpermeyer, Franz

(von 1937-73 Rendant)

1979-2001: Groene, Theo

1982-2001: Plümpe, Werner

5.2.Rendanten bzw. Geschäftsführer

1903-1911: Hauptlehrer Friedrich Tuschhoff,

1911-1922: Salinenkontrolleur Franz Hense

1922-1938: Kaufmann Wilhelm Kessing

1938-1981: Rendant und (ab 1969) Sparkassendirektor Franz Schäpermeyer

1981-2001: Geschäftsführer Theodor Groene

1982-2001: Geschäftsführer Werner Plümpe

5.3.Geschäftsräume

1)1903-1911: Wohnung des Hauptlehrers Tuschhoff im Pastorat in der Aspenstraße 14

2) 1911-1922: Wohnung des Salinenkontrolleurs Franz Hense, Aspenstraße 24 (heute Cafè Krogmann; von 1936-51 war hier später die Post untergebracht)

3) 1922-1938: Wohn- und Geschäftshaus des Kaufmanns Wilhelm Kessing, Am Ehrenmal 4 (von 1927-36 war hier auch die Post untergebracht; heute Mehrfamilienhaus)

4) 1938-1950: Wohnhaus Duwentester, Wolfsangel (heute Anwesen Riekenbrauck)

5) 1950-heute: eigenes Volksbankgebäude an der Osterbachstraße 7

5.4.Aufsichtsräte

Den Vorsitz im Aufsichtrat der Bank hatten inne:

1903-1913: Pfarrer Franz Bokel

1913-1925: Pfr. Joh. Ronnewinkel

1925-1934: Heinrich Deimel

1934-1961: Wilhelm Kerkhoff

1961-1972: Josef Deimel

1972-1987: Josef Brock

1987-2000: Franz Boberschmidt

2000-2001: Willi Stillecke

Mitglieder des Aufsichtsrates waren:

1903-1913: Bokel, Pfr. Franz

1903-1934: Deimel, Heinrich

1903-1926: Brexel, Josef

1903-1922: Dabrock, Anton

1903-1918: Jesse, Leo

1908-1917: Neite, Wilhelm

1913-1925: Ronnewinkel, Pfr. Joh.

1917-1942: Wenner, Josef

1918-1923: Kessing, Wilhelm

1922-1937: Spiekermann, Engelbert

1923-1941: Dietz, Franz

1925-1928: Schreckenberg, Pfr. Joh.

1926-1961: Kerkhoff, Wilhelm

1928-1934: Westerfeld, Franz

1934-1942: Gerling, Anton

1934-1972: Deimel, Josef

1937-1968: Gudermann, Josef

1941-1966: Günnewig, Ferdinand

1942-1972: Niggenaber, Adam

1942-1954: Westerfeld, Josef

1954-1972: Göbel, Franz

1961-1987 : Brock, Josef

1966-1974; Merschmann, Heinrich

1966-2000: Boberschmidt, Franz

1974-1990: Rieke, Bruno

1974-2001: Neite, Josef

1987-2001: Stillecke, Willi

1990-1996: Gudermann, Josef

1996-2001: Knoche, Heinz

In der Volksbank Anröchte, zu dem die Volksbank Bad Westernkotten seit 2001 gehört, sind aus Bad Westernkotten vertreten:

  • a) im Vorstand: Werner Plümpe
  • b) im Aufsichtsrat: Willi Stillecke und Heinz Knoche

5.5. Entwicklung der Mitgliederzahlen

Datum/Jahr

Zahl der Mitglieder
11.10.190365
31.12.190373
191099
1920102
1930157
1936116
1981649
1989972
19901000
19931125
19951221
19961262
19981284
20001381

6. Quellen und Literatur

  • – Aktenbestand der Volksbank Bad Westernkotten (Protokollbücher, Pressemappe usw.)[noch nicht verzeichnet]
  • – Akten des Amtsgerichtes Lippstadt, Genossenschaftsverzeichnis, lfd. Nr.8
  • – Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Verlag Traugott Bautz, Art. Raiffeisen, Band VII (1994) nach: www.bautz.de/bbkl
  • – Handbuch zur Geschichte der westfälisch-lippischen Sparkassen. 2 Bde, bearbeitet von Wilfried Reininghaus, Hartmut Schaldt und Ralf Stremmel, Dortmund 1998 (=Veröffentlichungen der Stiftung Westfälisches Archivamt, Bd. 22)
  • – Heitkemper, Paul, Geschichte des Kirchspiels Horn, hrsg. von der Spar- und Darlehenskasse e.G.m.u.H. Horn aus Anlass ihres 70jährigen Bestehens, Lippstadt 1962
  • – Marcus, Wolfgang u.a. (Hg.), Bad Westernkotten. Altes Sälzerdorf am Hellweg, Lippstadt 1987, S.393/94
  • – Mertens, Ulrich, Tradition und Fortschritt sichern die Zukunft: Volksbank Werl-Welver eG feiert 125-jähriges Bestehen. In: Werl gestern, heute und morgen 11 (1994), S. 99-102
  • – Meyer, A.H., Es begann 1842. Lippstadt und seine Sparkasse. Zum125jährigen Jubiläum hrsg. von der Stadtsparkasse, Lippstadt 1967 [124 S.]
  • – Sparkasse Erwitte-Anröchte (Hg.), 125 Jahre Sparkasse Erwitte-Anröchte. Bürgernah und Leistungsstark, Erwitte 1990
  • – Volksbank Anröchte (Hg.), 100 Jahre Volksbank Anröchte eG, Festschrift und Chronik. 1884-1984. Anröchte 1984 [56 S.]
  • – Volksbank Benninghausen (Hg.), 75 Jahre Volksbank Benninghausen 1919-1994, Lippstadt 1994 [24 S.]
  • – Volksbank Lippstadt (Hg.), 1914-1964: 50 Jahre Volksbank Lippstadt; in: Geschäftsbericht der Volksbank für das Jahr 1963, Lippstadt 1964
  • – Vom Leihhaus zur Sparkasse. Errichtung eines Lippstädter Leihhauses im Jahre 1786, in: Heimatblätter Lippstadt 1947, S. 9-10
  • – Westfälischer Genossenschaftsverband e.V. (Hg.), Geschichte der westfälischen Genossenschaften, Landwirtschafts-Verlag Münster 1989
  • – http://www.sparkassenverband.muenster.de/

Abbildungsverzeichnis:

  1. Pfarrer Franz Bokel, der eigentliche Gründer der Bad Westernkötter Volksbank.
  2. Der erste Rendant, Hauptlehrer Friedrich Tuschhoff.
  3. Der erste Geschäftsraum der Volksbank befand sich in der Privatwohnung von Hauptlehrer Tuschhoff, dem ehemaligen Pastorat an der Aspenstraße.
  4. Von 1903 bis 1929 war Gutsbesitzer Heinrich Mönnig der Vorstandsvorsitzende.
  5. Das Wohnhaus von Franz Hense an der Aspenstraße (heute Café Krogmann) war von 1911 bis 1922 der Geschäftsraum der Volksbank.
  6. Von 1922 bis 1937 führte Wilhelm Kessing als Rendant die Bank.
  7. Das Bankgebäude von 1922 bis 1937: das Haus Kessing am Kirchplatz.
  8. Von 1937 bis 1950 waren die Geschäftsräume der Spar- und Darlehenskasse im Haus Duwentester, Wolfsangel, untergebracht.
  9. Das erste eigene Volksbankgebäude an der Osterbachstraße 7 (Aufnahme von 1951).
  10. Das Volksbankgebäude an der Osterbachstraße in einer Luftaufnahme (ca. 1951).
  11. Das Spar- und Darlehenskassengebäude nach dem ersten Umbau 1964.
  12. Bei seiner Verabschiedung 1981 wird der langjährige Sparkassendirektor Franz Schäpermeyer von seinen Nachfolgern Theo Groene und Werner Plümpe eingerahmt.
  13. Das Volksbankgebäude nach dem zweiten großen Umbau im Jahre 1993.

[1] vgl. Internet-Seite des Westf.-lippischen Sparkassen- und Giroverbandes

[2] vgl. Heimatblätter Lippstadt 1947

[3] vgl. Meyer 1967

[4] vgl. 125 Jahre Sparkasse Erwitte-Anröchte

[5] vgl. Mertens 1994

[6] vgl. Festschrift von 1984]

[7] vgl. Internet-Seite der Voba Störmede

[8] vgl. Heitkemper 1962

[9] vgl. Heimatbuch „Altes Sälzerdorf“1987

[10] vgl. Geschäftsbericht für 1963 u. Klockow, Stadt Lippe…, 1964, S.266

[11] vgl. Festschrift von 1994

[12] Genossenschaftsregister lfd. Nr. 8; herzlichen Dank auch von dieser Stelle an Herrn Peter Thorwesten für die freundliche Unterstützung!

[13] Heitkemper, S. 181

[14] evtl. liegt die Zahl etwas geringer, da nicht bei allen klar ist, ob sie tatsächlich selbständig waren

[15] vgl. Patriot v.8.2.1969

[16] vgl. Patriot v.30.10.1970, wo besonders das gemeinsame Hobby, die Jagd, genannt wird

[17] Lippstädter Zeitung vom 5.2.1982

[18] vgl Patriot v.11.6.1986

[19] Patriot 29.6.1993

[20] Patriot 19.9.95

[21] Patriot 3.10.96

[22] Patriot 5.3.97

[23] Patriot 5.5.98

[24] Patriot 7.u.16.8.1998

[25] Patriot 18.9.1999

[26] Patriot 15.u.16.10.1999

[27] Patriot 29.6.u.1.7.2000

[28] Patriot 2.u.7.9.2000

[29] Patriot 14.6.2001

[30] Patriot 20.6.2001