Wolfgang Marcus
Von Margarita („Marita“) Kosmala, geb. 31.10.1948, Auf der Brede 17, bekam ich am 15.09.2021 einige Unterlagen zu einem Heinrich Lüning, die ich erst heute (29.09.2026) ausgewertet habe. Weshalb sie diese Unterlagen hatte, ist mir nicht bekannt.
Lehrvertrag

Abb. 1: Lehrbrief mit Prüfungszeugnis des Heinrich Lüning, der bei Firma Neite das Tischlerhandwerk erlernt hat. Er war wohl ein gleichnamiger Sohn des Soldaten Heinrich Lüning.

Abb. 2: Arbeitspass von Heinrich Lüning, ausgestellt am 3.2.1947

Abb. 3: Rückseite des Arbeitspasses
Feldpostbrief von 1916

Abb. 4: Vorderseite des Feldpostbriefes. Ganz links Heinrich Lüning, geb. 1886, gestorben 21.12.1968.

Abb. 4: Der Text auf dem Feldpostbrief, abgestempelt am 14.2.1916
Transkription des Textes und geschichtliche Einordnung
Die Karte ist in deutscher Kurrentschrift geschrieben. Ich gebe den erkennbaren Text in unserer Schreibweise wieder; eckige Klammern kennzeichnen unsichere Lesungen.
Mitteilung, linke Seite: Rußland d. 13. 2. 1916
Meine Lieben! Teile Euch aber mit, dass ich noch gesund und munter bin, dasselbe hoffe ich auch von euch. Viele herzliche Grüße sendet Heinrich. Absender Schütze Lüning, Res. Division [?] 220. Maschinen [Gew. Komp.?] Russland
Anschrift, rechte Seite: Feldpost. Familie Wischmann, Overhagen b. Lippstadt, Provinz Westfalen, Deutschland.
Geschichtliche Einordnung: Heinrich schrieb die Karte am 13. Februar 1916 aus dem als „Rußland“ bezeichneten Einsatzgebiet; schon am folgenden Tag wurde sie von der deutschen Feldpost abgestempelt. Damit gehört sie zur Ostfront des Ersten Weltkriegs. „Rußland“ bezeichnet hier die vom Schreiber angegebene Kriegsregion und erlaubt für sich genommen keine genaue Bestimmung seines Standorts.
Der kurze Text ist ein typisches Lebenszeichen an die Angehörigen: Heinrich versichert, dass er gesund sei, fragt indirekt nach ihrem Wohlergehen und grüßt. Solche Karten waren für die Verbindung zwischen Soldaten und ihren Familien zentral. Aus der knappen Nachricht lassen sich seine konkreten Erlebnisse oder die Lage seiner Einheit an diesem Tag nicht ableiten. Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation beschreibt die Feldpost als wichtigstes Kommunikationsmittel zwischen Front und Heimat im Ersten Weltkrieg.