Wolfgang Marcus
Feldpost im Bestand von Maria Peters
Im Bestand von Maria Peters fand ich eine Feldpostkarte und einen Feldpostbrief von Willi Weferinghaus.

Willi Weferinghaus schreibt auf der Rückseite: Im Osten, dem 12.12.43
Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein schönes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr. Es geht mir immer noch gut und ich hoffe von Ihnen das gleiche. Herzliche Grüße Willi Weferinghaus.
Der Feldpostbrief ist mit Schreibmaschine getippt.
Der Text lautet: Im Osten, den 13. Juli 1944
Sehr geehrter Herr Eickmann! Zu ihrem diesjährigen Namenstag sende ich Ihnen recht herzliche Glückwünsche. Leider ist mir erst heute eingefallen, dass wir übermorgen den Heinrichs-Tag haben und so werden meine Glückwünsche wohl verspätet ankommen. Ich hoffe aber, dass sie doch noch Aufnahme bei ihnen finden. Mögen Sie dies schöne Fest noch recht oft in Glück und Zufriedenheit feiern können. Die Invasion scheint den Krieg jetzt auf den Höhepunkt zu treiben und wir wollen hoffen, dass der Krieg bald einen glücklichen Ausgang nimmt.
Was gibt es im Westernkotten? Haben Sie Ihren Befehlsbunker fertiggestellt? Ich habe die Hoffnung, dass sie ihn ernstfallmäßig nie beziehen brauchen. Es geht Ihnen und Ihrer Frau hoffentlich noch immer gut. Von mir kann ich auch berichten, dass es mir noch gut geht.
Für heute Ihnen und Ihrer Frau sowie allen bekannten Westernköttern herzliche Grüße Ihr Willi Weferinghaus.
Weferinghaus – Spuren einer Familie zwischen Westernkotten und Erwitte (mithilfe von KI am 11.10.2026)
Die Geschichte der Familie Weferinghaus in Westernkotten lässt sich anhand der bisher gefundenen Quellen nur teilweise nachzeichnen. Ein deutlich belegbarer Bezug führt nach Erwitte: Dort lebte Wilhelm Weferinghaus, dessen Tätigkeit in Verwaltung und Feuerwehr auch für Westernkotten Bedeutung hatte. Eine vollständige Stammfolge oder die verwandtschaftliche Verbindung zu den in Bad Westernkotten ansässigen Namensträgern ist damit allerdings noch nicht nachgewiesen.
Im Adressbuch von 1951 erscheint Wilhelm Weferinghaus als Amtsinspektor mit der Anschrift „Am Markt 8“ in Erwitte. Dieser zeitgenössische Eintrag belegt seine berufliche Stellung und seinen damaligen Wohnsitz. Er bietet zugleich einen konkreten Ausgangspunkt für weitere familiengeschichtliche Forschungen.
Besonders anschaulich wird die Verbindung nach Westernkotten durch seine Tätigkeit als Amtsbrandmeister des Amtes Erwitte von 1938 bis 1952. Das Jahrbuch 2012 Bad Westernkotten enthält von ihm verfasste Einsatzberichte. Beim Brand auf dem Anwesen des Landwirts und Schäfers Franz Mintert am 6. Oktober 1940 übernahm Weferinghaus die Leitung der Löscharbeiten. Nachdem die telefonische Alarmierung zunächst Schwierigkeiten bereitet hatte, wurde er durch einen Kraftradfahrer aus Westernkotten benachrichtigt. Er ließ die Westernkötter Wehr das als Stall genutzte alte Wohnhaus bekämpfen, während die Erwitter Feuerwehr gegen den Scheunenbrand vorging. Auch beim Brand der Scheune des Bauern Josef Schrop am 27. Oktober 1940 war er vor Ort. Sein Bericht schildert die zusätzlichen Gefahren durch Fliegeralarm und die Schutzmaßnahmen für Feuerwehrleute und Zuschauer. Diese Aufzeichnungen zeigen, wie eng die beiden Orte beim Brandschutz zusammenarbeiteten.
Der Name Weferinghaus begegnet später erneut in der Literatur zur Erwitter Feuerwehrgeschichte. Eine von mir zusammengestellte Bibliographie verzeichnet den Beitrag „Kirchturmbrand (am 22.10.1971) in Erwitte“, erschienen in der Zeitschrift *Feuerwehrmann*, Jahrgang 22, 1972, Seiten 6–10, unter dem Verfassernamen Weferinghaus. Da der Vorname fehlt, bleibt offen, welcher Namensträger diesen Bericht schrieb und ob eine verwandtschaftliche Beziehung zu Wilhelm bestand.
So ergibt sich zunächst das Bild eines Familiennamens, der in der örtlichen Überlieferung besonders mit Verwaltung und Feuerwehr verbunden ist. Wann die Familie nach Westernkotten kam und wie ihre dortigen Angehörigen mit der Erwitter Familie zusammenhängen, bleibt noch zu klären. Dafür wären insbesondere Kirchenbücher, standesamtliche Urkunden und historische Melderegister auszuwerten. Die vorliegenden Belege sichern einen wichtigen örtlichen Zusammenhang, ersetzen aber noch keine eigentliche Familiengeschichte.