Wolfgang Marcus
Hier habe ich aus diversen Quellen etwas zu den Familien Mintert zusammengetragen. Ob diese miteinander verwandt sind, ist derzeit (13. Aug. 2026) noch nicht recherchiert.
Feldpostkarte
Hier findet sich nur eine Feldpostkarte. Sie stammt von Fritz Mintert und ist am 9.12.1942 abgestempelt worden. Der Text lautet Prosit Neujahr sendet schöne O-Grüße[1] Fritz Mintert. Sage auch immer Dank für die Weihnachts- und Neujahrswünsche. Abt. Obergefreiter Fritz Mintert. M.K.P. Söhr (?). Brommelfeld (?) Sonderwerke (?), N. 443.


Totenbriefe Mintert
Im 1. Weltkrieg habe ich unter den gefallenen Soldaten auf einer Liste einen Kaspar Mintert gefunden, allerdings keine Todesanzeige. Er starb am 26.09.1917. Im „Patriot“ vom 27.09.1917 findet sich folgender Hinweis [wahrscheinlich aber kein Bezug zu Kaspar Mintert]: Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten: Kanonier Ludwig Dreier aus Lippstadt. Musketier Josef Otte aus Esbeck. Maschinen-Anwärter auf einem U-Boot Peter Mintert, Sohn des Zugführers Theodor Mintert aus Lippstadt. Musketier Bernhard Johannknecht aus Westernkotten.
Im 2. Weltkrieg ist ein Gefallener Sanitätsgefreiter Franz Mintert.

Schafhaltung Mintert im 1. Aufsatz 2001
2001 habe ich folgenden Aufsatz veröffentlicht. Unter lfd. Nummer 4 und 5 sind Kaspar und Wilhelm Mintert zu finden.
1864: Neun Schäfer in Westernkotten
von Wolfgang Marcus
Heute gibt es in Bad Westernkotten nur noch einen Schafhaltungsbetrieb, den von Franz Mintert im Hockelheimer Weg 20. Dies war in früherer Zeit anders. So nennt eine Urliste aller Einwohner Westernkottens aus dem Jahre 1864 [vgl. dazu meinen Aufsatz in den Heimatblättern 1993] insgesamt 9 Hausstätten-Besitzer, deren Beruf Schäfer war. Diese sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden:
- Adolf Schröer. Dieses Anwesen hatte die alte Hausnummer 28 und lag an der Aspenstraße (heute Haus-Nummer 20: Probst]. Adolf Schröer war 1864 mit Gertrud Werminghaus verheiratet. Sie hatten damals 4 Kinder: Joseph, Therese, Lisette und Adolph. Aus diesem Haus stammen die späteren Schafhalterfamilien Schröer-Camoier (heute Schröer-Fidora) und Schröer-Mariannen (Bredenollgasse 4).
- Franz Feldewert. Das Anwesen mit der damaligen Hausnummer 109 lag in der Bruchstraße 11 (heute Maria Peters). Sicherlich gibt es hier familiäre Beziehungen zu dem späteren Schafhalterbetrieb Feldewert auf dem Schäferkamp, Hockelheimer Weg 13 (Luineweber).
- Franz Schwarzenberg. Dieser Schäfer wohnte wahrscheinlich im Hockelheimer Weg 4-6 (Stange; heute Friedel Erdmann).
- Kaspar Mintert, Hausnummer 250. Dies ist der Großvater des heutigen Franz Mintert[2]. Das Anwesen muss – das geht aus der Hausnummer hervor – zwischen 1829 und 1864 errichtet worden sein.
- Wilhelm Mintert. Dies Anwesen mit der Hausnummer 229 lag auch auf dem Schäferkamp, wahrscheinlich bei der jetzigen Hausnummer Hockelheimer Weg 18 (Köneke). 1829 wohnte hier nämlich bereits ein Bernard Mintert.
- Kaspar Hollenbeck. Das Anwesen mit der damaligen Hausnummer 8 ist das heutige Querdeelenhaus Hollenbeck-Coers, Hockelheimer Weg 7. Der Name von Kaspar Hollenbeck und seiner Frau Elisabeth Henkemeier findet sich auch auf dem Deelenbalken des heute noch stehenden Hauses, das 1869 errichtet wurde. 1864 hatte das Ehepaar drei Kinder: Franz, Gertrud und Henriette.
- Joseph Göbel. Die damalige Hausnummer war 225. Das Anwesen muss also nach der ersten Vergabe von Hausnummern (ca. 1780) errichtet worden sein. Heute ist es der Hof von Alfred Westerfeld und seiner Frau Annemarie geborene Göbel, Hockelheimer Weg 15.
- Anton Schnieders. Sein Anwesen – er war Witwer – hatte damals die Hausnummer 5 und befand sich im heutigen Hockelheimer Weg 11. Sein Schwiegersohn, Hermann Kaiser, verheiratet mit Maria Schnieders, wohnte ebenfalls mit im Haushalt.
- Joseph Vonname. Dieser Schäfer hatte eine Tochter namens Maria, die mit dem Weber Anton Gockel verheiratet war. Er bewohnte das spätere Haus Gockel, Schützenstraße 5 (Hausstättenname: Schweins), gegenüber dem alten Feuerwehrgerätehaus.
Nicht sicher ist, ob alle Genannten eigene Schafherden hatten oder Angestellte waren. So hatten etwa der Weringhoff und der Baron von Papen nachweislich größere Schafherden und besaßen auch Huderechte an den Gemeindeflächen [vgl. dazu den Beitrag von Wilhelm Probst „Der Schäferkamp“, in: Vertell mui watt, Nr. 74, Februar 1999]. Auffallend ist, dass Schäferfamilien oft untereinander geheiratet haben. Insgesamt ist aber zu sagen, dass die Geschichte der Schafhaltung in Westernkotten – immerhin gibt es ja den „Schäferkamp“, der schon auf die große Bedeutung der Schafhaltung hinweist – noch nicht systematisch aufgearbeitet wurde. Neue Erkenntnisse sind zu erwarten von einer Arbeit, die derzeit von Marcus Ferdinand und Jan Marcus im Rahmen des Schülerwettbewerbs Deutsche Geschichte angefertigt wird.
Schafhaltung Mintert im 2. Aufsatz 2001
Damals habe ich über die Schafhaltungsbetriebe Hollenbeck und Mintert geschrieben. Hier der Abschnitt über Mintert:
Schafhaltung in Bad Westernkotten: Die Familien Hollenbeck und Mintert
Von Wolfgang Marcus
In meinem Beitrag „1864: Neun Schäfer in Westernkotten“[3] habe ich unter anderem die Schäferfamilien Hollenbeck und Mintert erwähnt. Bei einem Besuch im Kirchenbucharchiv in Paderborn am 25.1.2001 konnte ich einige weitere Bausteine zur Geschichte dieser Familien zusammentragen.
Zur Familie Hollenbeck…
Zur Familie Mintert
In den Heiratsregistern für die Pfarrei Sankt Laurentius Erwitte, die bis 1661 zurückreichen, taucht erstmals in Stirpe der Name Mintert auf: am 9.?.1698 heiratet ein Christian Mintert eine Elisabeth Schonenberg. Als Zeuge wird ein Joseph Schmidt genannt.[4]
Für Westernkotten ist der Name in den Heiratsregistern erstmals für das Jahr 1735 belegt: Danach heiratet am 15.9.1735 der Anton Mindert aus Völlinghausen (ex Völlinghausen) in Westernkotten eine Frau namens Anna Prange. Zeugen sind Joes Loißman und Anton Ebbert.[5]
Bereits ein knappes Jahr später, am 24.6.1736, heiratet derselbe Anton Mindert ein zweites Mal –wohl weil die erste Frau verstorben war – diesmal die Maria Elisabeth Nigehoff. Als Zeuge tritt wieder Joes Loißman auf, dazu ein Franziskus Stratmann.[6]
Auch die zweite Frau scheint bald darauf gestorben zu sein, denn am 12.1.1738 ist nochmals eine Heirat von Anton Mindert in Westernkotten belegt, diesmal mit Anna Angela Krilleke. Als Zeugen werden Hermann Baltz und Hermann Hane genannt. Alle drei Eintragungen befinden sich im Kirchenbuch auf derselben Seite.
Anton Mindert und Anna Angela Krilleke sind eindeutig als das Stammelternpaar der heutigen Familie Mintert zu identifizieren. So findet sich bei der Heirat ihres Sohnes Caspar am 26.6.1783 auch der Name der Eltern des Bräutigams, nämlich Anton Mintert, hier mit „t“ geschrieben, und Angela Krilleke. Caspar Mintert heiratet die Gertrud Bockel aus Eikeloh. Ihre Eltern waren Christian Bockel gt. Krüggel und Gertrud Krüggel. Als Zeugen werden Josephus Feldevert und Joan Bernd Volmer gt. Belser genannt.[7]
Caspar Mintert und Gertrud Bockel hatten zahlreiche Kinder, so unter anderem die folgenden Jungen:
- Am 3.2.1792 wird den Eheleuten ein Kind mit Namen Caspar geschenkt. Dieser heiratet am 9.2.1819 die Witwe Anna Maria Rieke aus Westernkotten, geboren am 3.2.1789 in Eikeloh, Tochter des Peter Rieke und der Maria Catharina Keuter. Der Beruf von Caspar Mintert wird mit „Tagelöhner“ angegeben. Das Haus, das die beiden bewohnten, war das Haus Nr. 55 mit dem Hausstättenname Ennepeter, wahrscheinlich das heutige Anwesen Vollmer, Weringhauser Straße 20. Als Zeugen werden Bernard Grote und Caspar Vossjohann aus Westernkotten genannt.[8]
- Matthias, geb. etwa 1793. Er heiratete 28jährige am 1.12.1821 die 22jährige Angela Kersting, vermutlich aus Eikeloh, Tochter des Caspar Kersting und der Elisabeth Blumeier. Als Wohnhaus der beiden wird bei der Eheschließung das Haus Nr. 5 „Druggen“ angegeben. Als Paten sind Franz Kersting aus Eikeloh und Heinrich Hollenbeck aus Westernkotten genannt.[9]
- Bernhard Mintert wird 1799 geboren. Bei seiner Heirat am 8.11.1823 ist er 24 Jahre alt (geb. 24.10.? 1798) und wird als Tagelöhner bezeichnet. Seine Frau ist die 24jährige Eva Hanemann aus Westernkotten, Tochter des Joseph Hanemann und der Catharina Willke aus Westernkotten. Als Hausstätte wird das Haus Schriebers Nr. 196 genannt. Zeugen der Trauung sind Franz Stüker und Caspar Mintert aus Westernkotten.[10]
- Johann Theodor Stephan Mintert wird am 14.8.1800 geboren. Er heiratet am 18.8.1832 die Witwe Maria Elisabeth Wilhelm Voland geborene Frönd, wohnhaft Westernkotten Nr. 65 „Pösen“, Tochter des Tagelöhners Ferdinand Voland und seiner inzwischen verstorbenen Frau Elisabeth Kerkhoff. Zeugen der Trauung sind Anton Bürger und Caspar Frolink. Die Wohnung der beiden ist das Haus der Braut, Hausnummer 65. Bei dieser Eheschließung sind die Eltern des Bräutigams, Caspar Mintert und Gertrud Bockel, bereits verstorben.
Der unter b) genannte Matthias Mintert gehört dann zu der Stammlinie der heutigen Schafhalterfamilie Franz Mintert, denn im August 1826 wird ihr Sohn Caspar Christian geboren (getauft: 11.8.1826[11]), der Ur-Ur-Großvater des heutigen Franz Mintert. Dieser heiratet am 20.4.1858 die 1833 geborene Elise Christine Stiens. Dieser Caspar Mintert und seine Frau Lisette hatte nach Ausweis der sog. Urliste, einem kompletten Einwohnerverzeichnis Westernkottens aus dem Jahre 1864[12], im Jahre 1864 schon drei Kinder: Anton, geboren 1858, Maria, geboren 1861, und Kaspar, geboren 1863. Außerdem wohnte 1864 noch eine Magd mit im Haus, die 22jährige Gertrud Mertens. Dieser letztgenannte Caspar Mintert (1863 – 1941), ist der Urgroßvater des heutigen Franz Mintert.
Nach Ausweis des Heimatbuches[13] begann er im Jahre 1885, sich intensiver der Schafhaltung zu widmen. Dieses Datum ist aber zu spät angesetzt; denn bereits in dem oben genannten Einwohnerverzeichnis aus dem Jahre 1864 wird für die damalige Hausstätte Nummer 250 – das ist das heutige Anwesen Mintert im Hockelheimer Weg 20 – der Ur-Ur-Großvater Kaspar Mintert mit der Berufsbezeichnung „Schäfer“ erwähnt. Das Anwesen muss – das geht aus der Hausnummer hervor – zwischen 1829 und 1864 errichtet worden sein.
Daneben wird 1864 noch ein zweiter Schäfer mit Namen Mintert, Wilhelm Mintert, erwähnt. Dies Anwesen mit der Hausnummer 229 lag auch auf dem Schäferkamp, wahrscheinlich bei der jetzigen Hausnummer Hockelheimer Weg 18 (Köneke). 1829 wohnte hier nämlich bereits ein Bernard Mintert. Die Frau des Wilhelm Mintert war Maria Kiel. Sie hatten 1864 die Kinder Maria und Sophia. Ob hier auch eine eigene Schafhaltung vorlag oder der Wilhelm Mintert nur von Beruf Schäfer war und keine eigene Herde besaß, konnte noch nicht ermittelt werden.
[1] Das soll wahrscheinlich „Grüße von der Ostfront“ heißen.
[2] Heute, 13.08.2026, ist dessen Sohn Franz-Josef der Eigentümer.
[3] vgl. Vertell mui watt 2001, Nr. 131
[4] ebd. Bd. I, S. 437
[5] ebd. S. 495
[6] ebd.
[7] ebd. Bd. IV, S. 40
[8] ebd. Bd. 7, S. 133
[9] Kirchenbuch St. Laurentius Erwitte Nr. VII, S.135
[10] ebd. S 139
[11] Archiv der Mormonen unter www.familysearch.org. Suchname Caspar Mintert
[12]vgl. dazu meinen Aufsatz in den Heimatblättern 1993 „Die Einwohner Westernkottens im Jahre 1864“; eine Kopie dieser Urliste im Besitz des Verfassers, das Original im Stadtarchiv Erwitte
[13] Bad Westernkotten. Altes Sälzerdorf am Hellweg, Lippstadt 1987, S. 360