Stachelhaus – eine Familie in der Ortsmitte – zwei Feldpostkarten und einige Totenzettel

Wolfgang Marcus

Ich habe im Herbst 2026 die letzten Unterlagen aus dem Nachlass von Maria Peters durchgearbeitet und dabei auch familiengeschichtliche Unterlagen ausgewertet und ergänzt. Im Folgenden geht es um die Familie Stachelhaus.

Feldpostkarten im Bestand von Maria Peters

    Von Hermann Stachelhaus gibt es nur zwei Feldpostkarten, einen Weihnachtsbrief „aus dem Osten“

    Herr unterschreibt Hermann mit dem Titel „Feldwebel“.

    Sodann gibt es eine Karte mit Ostergrüßen. Sie abgestempelt am 9.4.1941 und unterschrieben vom Uffz. (= Unteroffizier) Hermann Stachelhaus. Er muss also zwischen den beiden Briefen im Soldaten-Rang aufgestiegen sein.

    Hier unterschreibt Hermann Stachelhaus als Unteroffizier.  

    Stachelhaus im Heimatbuch von 1987

      Hier wird der Name Stachelhaus lediglich einmal erwähnt, und zwar auf Seite 138. Hier wird für 1945 als Besitzerin des Hauses Osterbachstraße 2 „Witwe Hermann Stachelhaus“ erwähnt, 1829 ein Franz Kleine. Der Hausstättenname war „Obersten“.  Das Haus könnte auch einer Witwe Blotte gehört haben, wie ein Blick auf das Urkataster von 1829 deutlich macht:

      1.   Namensherkunft und Totenzettel

      Der deutsche Familienname Stachelhaus setzt sich aus den Wörtern „Stachel“ (Dorn, Spitze oder von mittelhochdeutsch Stahel für Stahl/Rüstung) und „Haus“ zusammen. Der Name ist ein sogenannter Herkunfts- oder Wohnstättenname. Er bezeichnete ursprünglich Personen, deren Wohnhaus an einem besonderen Ort stand.

      In der digitalen Totenzettelsammlung ist der Name sieben Mal aufgeführt, davon dreimal mit Geburts- oder Sterbeort „Westernkotten“.

      Und hier die drei Totenzettel mit Bezug zu Westernkotten:

      Eigene Forschungen und Erinnerungen

        Zur Familie Stachelhaus in Westernkotten habe ich bislang nur folgenden konkreten öffentlichen Beleg gefunden: Eine Abschrift des örtlichen Ehrenmals nennt „Stachelhaus, Herm.“ und „Stachelhaus, F.“ unter den Kriegsopfern. Die Vornamen sind dort nur abgekürzt. Aus den beiden Einträgen lässt sich weder sicher ableiten, wie die Personen miteinander verwandt waren, noch, wo die Familie wohnte oder seit wann sie in Westernkotten lebte.

        Ich vermute, dass Hermann Stachelhaus im 1. Weltkrieg und Franz Stachelhaus im 2. Weltkrieg als Soldat gefallen ist.

        Ich verbinde mit dem Haus Osterbachstraße 2, also an der Ecke zur Aspenstraße, auch den Namen Schubert. So erinnere ich mich, dass dort früher unter anderem Fritz, Ernst und Werner Schubert gewohnt haben. Wie das Haus der Familie Stachelhaus an die Familie Schubert gekommen ist, ist mir nicht bekannt.

        Fritz Schubert arbeitete wohl eine Zeit lang bei der damals gegenüberliegenden Metzgerei Gockel. Er bekam von der Metzgerei manchmal Reste von geschlachteten Schweinen geschenkt, mit denen er dann im Osterbach vor seiner Tür Forellen fütterte – und von der Stadt Erwitte manchmal kritische Rückmeldungen, da dies nicht unbedingt im Sinne des Umweltschutzes war. – Nachts konnte er wohl oft nicht gut schlafen, so dass er dann aus dem Fenster Richtung Osterbach schaute. Dann wurde er einige Male von Jugendlichen geärgert und beworfen. Ich in als Ortsvorsteher einige Male von ihm angerufen worden, um diese Übergriffe zu verhindern.