Adämmer – Feldpost aus Russland

von Wolfgang Marcus

  1. Feldpostbrief von Josef Adämmer

Im Bestand von Frau Peters fand ich nur einen Feldpostbrief von „Soldat J. Adämmer“, Feldpost-Nr. 39106, an „Herrn Theodor Adämmer“, Westernkotten Nr. 41.

Der Text – teilweise schwer zu entziffern – lautet: Russland, den 6.6.43

Lieber Vater und Tante!

Zuerst wünsch ich Euch vergnügte Feiertage. Hier wird es noch nun warm. Wenn ihr diesen Brief erhaltet, bin ich nicht mehr in diesem Ort. letzter Zeit. Ich will hoffen, dass ich Pfingsten an Ort und Stelle bin. Hoffentlich sind dort nicht zu viel Wüsten.  Bei Euch wird
es sicher auch warm sein. Habt Ihr schon das Heu eingefahren? Ist es gut reingekommen? Wieviel Fuder waren es? Wie weit sind die Runkeln? Habt Ihr sie schon versucht?
Hab es auch schon, weil wieder geregnet, oder ist alles vertrocknet. Schlagen die Pferde noch oder stehen sie immer? Wie steht es mit dem Gras, wird es auch wenig? Post habe ich auch noch nicht wieder bekommen. Der letzte Brief war der mit den Geldpostwerten. Das Päckchen ist auch noch nicht angekommen. Ich will hoffen, dass es bald kommt. Wachsen tut es hier auch gewaltig. Der Roggen kommt auch schon mit dem Schaffen. Wie ist es mit dem Raps, ist er bald reif? Seht einmal zu, ob ihr einen Füllhalter bekommen könnt, ich habe meinen verloren. Wenn ihr keinen bekommen könnt, dann schickt mir einen Federhalter mit Feder. Nun will schließen, wir haben gleich noch Unterricht. Einen vergnügten Sonntag wünscht Euch jetzt Josef.

  1. Totenzettel

Bei den Totenzetteln von Gefallenen mit dem Namen „Adämmer“ habe ich nur einen von Theodor Adämmer gefunden. Ob es Zusammenhänge mit dem o.g. Josef Adämmer gibt, habe ich bisher nicht geklärt.

In der Totenzettelsammlung der Heimatfreunde habe ich zwei mit dem Namen „Josef Adämmer“ gefunden. Ob einer der Feldpostschreiber Josef Adämmer ist, konnte ich auch noch nicht klären.

Der o.G. bezieht sich auf den 1. Mann von Maria Marcus.