Wolfgang Marcus
Anfang des Jahres hatte ich einen Aufsatz zum Thema „Hundehaltung einst und jetzt – nicht nur in Bad Westernkotten“ geschrieben [https://www.wolfgangmarcus.de/aufsaetze-2026/2026-hundehaltung-einst-und-jetzt-nicht-nur-in-bad-westernkotten/].
Hier einige neuere Erkenntnisse:
Aushang in einem Hotel
„Die Leitung des Hauses freut sich, Vierbeiner beherbergen zu dürfen. Denn sie klauen keine Kleiderbügel, trinken nicht die Minibar leer und stellen dann die Flaschen mit Wasser gefüllt wieder zurück. Sie singen auch nicht beschwipst auf dem Balkon oder putzen die Schuhe nicht mit unseren Handtüchern. In diesem Sinne: Hunde willkommen, Frauchen und Herrchen dürfen mitgebracht werden. Die Direktion.“
Die Erfahrung von „klauenden“ Gästen haben wohl auch schon unsere Kliniken gemacht.
Assistenz-Hunde
Assistenzhunde sind hochprofessionelle Helfer, keine Modeerscheinung. Ihr Nutzen ist gut belegt – gleichzeitig braucht es klare Standards und Aufklärung, um Missbrauch und Missverständnisse zu vermeiden. Hier noch einige Details:
Typischerweise unterscheidet man mehrere Kategorien:
- Blindenführhunde: Helfen sehbehinderten Menschen bei Orientierung, vermeiden Hindernisse, führen sicher durch den Verkehr.
- Mobilitätsassistenzhunde: Unterstützen z. B. Rollstuhlfahrer: Türen öffnen, Gegenstände aufheben, Knöpfe drücken.
- Signalhunde (für Hörgeschädigte): Reagieren auf Geräusche wie Klingeln, Alarme oder Babyweinen.
- Medizinische Assistenzhunde: Erkennen z. B. Unterzuckerung bei Diabetes oder warnen vor epileptischen Anfällen.
- Psychiatrische Assistenzhunde: Unterstützen bei Erkrankungen wie PTSD, Angststörungen oder Autismus (z. B. durch Beruhigung oder Strukturhilfe)
Was soll man davon halten? Sie erhöhen Selbstständigkeit massiv und können Leben retten (z. B. bei medizinischen Warnungen). Sie fördern soziale Teilhabe und tragen oft zu starker emotionaler Stabilisierung bei. Nachteile sind sicherlich: Hohe Kosten → nicht jeder hat Zugang; Missbrauch: Manche geben normale Hunde als „Assistenzhunde“ aus. Öffentliche Unsicherheit: Viele wissen nicht, wie man sich gegenüber solchen Hunden verhalten soll
Soziale Teilhabe
Manche Menschen sind einsam, haben wenige Bekannte, vielleicht gar keine Freunde. Da können Hunde eine Alternative sein: Man kann mit ihnen sprechen, sich streichen, man bewegt sich mit ihnen („Gassi-Gang“) und kommt so oft ins Gespräch mit anderen Hundebesitzern.
Problematisch wird es aus meiner Sicht, wenn solche Menschen dann nicht mehr den zwischenmenschlichen Kontakt suchen.
Tiere brauchen ein Zuhause
Einmal in der Woche kommt im WDR-Fernsehen diese Sendung. Da geht es etwa zum Tierheime und die sinnvolle familiäre Unterbringung von vernachlässigten Hunden uvm.
„Auf den Hund gekommen„
Wenn man sagt: „Er ist auf den Hund gekommen“ meint man typischerweise: finanzieller Absturz (z. B. Pleite gegangen), sozialer Abstieg oder verwahrloster oder schlechter Lebenszustand. Es geht also immer um eine negative Entwicklung im Vergleich zu früher.
Die Herkunft dieses Spruches ist nicht zu 100 % eindeutig, aber eine verbreitete Erklärung ist: Früher hatten Truhen (Geldkisten) am Boden manchmal eine Schnitzfigur eines Hundes. Wenn das Geld aufgebraucht war, kam man „bis auf den Hund“ am Boden der Truhe. Bedeutet: alles verloren → ganz unten angekommen.

Mittelalterliche Truhe als Beispiel für „Auf den Hund gekommen“