2026: Philipp Korte – ein Pfarrer stellt die Salzproduktion in Bad Westernkotten und Salzkotten auf neue Füße 

Von Wolfgang Marcus (Bad Westernkotten)

Vorbemerkungen

Im Kurpark von Bad Westernkotten wurde im Jahr 1958 ein Gedenkstein für den aus Salzkotten stammenden Pfarrer Philipp Korte errichtet[1], die Würdigung für einen Mann, der (nicht nur) für Westernkotten sehr viel Gutes bewirkt hat.

Abbildung 1: Der 1958 im Kurpark von Bad Westernkotten aufgestellte Gedenkstein [Abdruck aus der Tageszeitung Der Patriot vom 18.10.1958]

Im Folgenden sollen einige Lebensdaten von Pfarrer Korte, seine Aktivitäten in Salzkotten und sein Engagement für die Salzproduktion in Westernkotten aufgezeigt werden. Von daher – das sei hier schon vermerkt – ist es eine sehr gelungene Sache, dass die Bad-Westernkotten-Stiftung in diesem Jahr eine neue Gedenktafel im Siedehaus für diesen wichtigen „Wirtschaftsförderer“ errichtet. Die Einweihung fand am 12.04.2026 statt.

  1. Lebensdaten zu Pfarrer Philipp Korte

Abb. 2: Philipp Korte, Pfarrer in Salzkotten von 1758-1803 (Foto Vikar Anton Stöcker 1935)[2]

Detaillierte Angaben fanden ich dazu aus einem Aufsatz von Volker Kennemann, der Heimatforschung in Finnentrop betreibt. Philipp Korte stammt nämlich aus der Gemeinde Finnentrop, genauer gesagt aus dem Ortsteil Deutmecke. Ich zitiere in tabellarischer Form kurze Abschnitte aus dem – sehr lesenswerten – Aufsatz[3]:

  • …Am 3. Dezember 1730 wurde demnach ein Philipp Spielmann, legitimer Sohn der Eheleute Anton Spielmann und Catharina Boge aus Deutmecke in der Schönholthauser Kirche getauft. Das Kirchenbuch hält nach damaliger Sitte nur das Taufdatum fest. Philipp Korte selbst erwähnte später den 3. Dezember 1730 an mehreren Stellen auch als sein Geburtsdatum. Ob Geburt und Taufe des Jungen am gleichen Tag stattfanden, ist zwar durchaus möglich, aber recht unwahrscheinlich. Eher dürfte Philipp ein oder zwei Tage vorher geboren sein. Von wesentlicher Bedeutung ist aber der nebenstehende Satz: „Er nahm den Beinamen Korte an.“ Das Kirchenbuch hält nach damaliger Sitte nur das Taufdatum fest. Philipp Korte selbst erwähnte später den 3. Dezember 1730 an mehreren Stellen auch als sein Geburtsdatum…

Abb. 3: Ansicht von Deutmecke im „anmuthigen Fretterthal “ um 1900. Das zweite Fachwerkhaus von links ist der 1808/09 neu erbaute Hof Korte-Henrichs, links davon eine dazugehörige Scheune. Das kleine Fachwerkhaus an der Straße ist Kortes Stall, davor steht das Haus Franz Hachen. In der Bildmitte und unten rechts im Einlassbild der Hof Wichtmann. Hier, im ehemaligen Kraushaars Haus, betrieb der Landwirt Anton Wichtmann seit 1875 auch eine Schankwirtschaft. Oberhalb der Kapelle befindet sich das Haus Schulte (Hachmann), ganz rechts das Haus Henke. [Die Erläuterungen stammen von Volker Kennemann]

  • …Jedenfalls entschloss man sich, Philipps Ausbildung weiter zu fördern und ihn zu einem Gymnasium zu schicken. So wechselte dieser im Herbst 1742 im Alter von nicht ganz 12 Jahren zum Gymnasium Mariano-Seraphicum in Attendorn, das dort von Franziskaner-Patres gegründet worden war und auch geführt wurde
  • …Philipp Korte hat das Gymnasium Mariano-Seraph1cum bis Ende September 1747 besucht, denn am Fest des hl. Michael am 29. September endete stets das Schuljahr, das am 2. November des Vorjahres begonnen hatte. Am 29.November 1747 nahm er an der ersten Universität Westfalens, der 1614 von Fürstbischof Theodor von Fürstenberg gestifteten und von Jesuiten geleiteten Umvers1tatm Paderborn, das Studium der Philosophie und Theologie auf…Am 21. September 1754 wurde Korte durch Weihbischof Joseph Franz Graf von Gondola in dessen Hauskapelle in Paderborn wegen seiner hervorragenden Fähigkeiten auf den Tischtitel des Fürstbischofs von Paderborn zum Priester geweiht
  • …Von hier aus bewarb sich Korte recht bald um verschiedene Pfarrstellen, so in Hövelhof (11.11.1754), Neuhaus (3.11.1755), an der Jesuiten – und Universitätskirche St. Franz Xaver in Paderborn, auch Marktkirche genannt (16.7.1756) und an der Busdorfkirche in Paderborn, die er schließlich am 4. August 1756 erhielt.
  • …Im Oktober 1758 starb Pfarrer Johannes Rieger in Salzkotten. Philipp Korte bewarb sich mit 6 weiteren Geistlichen um die vakante Pfarrstelle. Nach einer erfolgreich ablegten Prüfung am 14. Oktober, dem Pfarrkonkurse, dem sich – wie damals üblich – alle Bewerber stellen mussten, und bei dem er wie bereits bei der Bewerbung für Busdorf wieder als Bester abschnitt, wurde Korte am 15. November die Salzkottener Pfarrstelle von Fürstbischof Clemens August zugewiesen…“ – Hier blieb er bis zu seinem Tod 1803.

Weitere Angaben zu seinem Leben fand ich in einem Aufsatz von Heggen, der hier in Auszügen zitiert wird und weithin mit den Angaben von Kennemann übereinstimmen.[4] Es beginnt mit einigen Sätzen über den damaligen Paderborner Bischofs Wilhelm Anton von der Asseburg, einem großen Freund und Förderer Kortes. Über Wilhelm Anton heißt es: „Schon vor seinem Regierungsantritt hatte sich Wilhelm Anton, der sechs Salzwerksanteile in Salzkotten besaß, für technische Neuerungen eingesetzt, stieß aber bei den anderen Sälzern auf Zurückhaltung, weil diese aufgrund der in den Jahren 1750 bis 1754 gemachten Erfahrungen nicht an den technischen Nutzen and wirtschaftlichen Vorteil glauben mochten. 1765 ging der Landesherr mit gutem Beispiel voran, unterstützt durch Pfarrer Philipp Korte, den Knape nicht zu Unrecht als „Ingenieur im Priesterkleide“ bezeichnet.“ Es folgen einige Ausführungen mit Lebensdaten zu Korte: „Korte wurde am 3, Dezember 1730 in Deutmecke bei Schönholthausen geboren, besuchte die „niederen Schulen“ zu Attendorn, das „Gymnasium“ und die Theologische Fakultät in Paderborn. Über seine Schulzeit schrieb Seibertz: „Ein außerordentlich leichtes Fassungsvermögen zeichnete ihn in allen Verhältnissen des Lebens aus, und so war er dann auch in den Schulen immer der Erste. In einzelnen Doctrinen überraschte er sogar seine Lehrer mit neuen Ansichten und Versuchen. Als Schüler der Physik gab er zum Beispiel in einer öffentlichen Disputation die Beweise für die Kraft der Electrizität, nicht bloß theoretisch, sondern zum Erstaunen seiner Lehrer auch praktisch, durch eine von ihm selbst sehr sinnreich erfundene und verfertigte Electrisirmaschine…“

„1754 kam Korte als Kaplan nach Salzkotten, 1756 wurde er zum Pfarrer an der Busdorfkirche in Paderborn ernannt, 1758 dann zum Pfarrer in Salzkotten, wo er 45 Jahre lang sein Amt ausübte, bis er am 15. Juni 1803 verstarb.“ Weitere Angaben finden sich in der wissenschaftlichen Arbeit von Duwe aus dem Jahre 1936.[5]

  1. Pfarrer Philipp Korte: Aktivitäten und Wertschätzung in Salzkotten und seinem Heimatort Deutmecke

Hier seien einige Wertschätzungen aus dem Internet, in Fachbüchern und aus Schreiben der Stadtverwaltung Salzkotten wiedergeben.

a) Auf der Seite des Pastoralverbundes Salzkotten ist zu lesen:

„Einer der besten Pfarrer Salzkottens war Philipp Korte (geboren 1730). Für den Wiederaufbau des Pastoratsgebäudes an alter Stelle stellte er sogar eigene Mittel zur Verfügung. Er ließ auch die Schule und das Armenhaus renovieren. Außerdem war er als Mensch und Pfarrer sehr beliebt. Durch gute Beziehungen zum Fürstbischof schuf er die neuen Gradierwerke in Salzkotten und Westernkotten. Diese Salinen arbeiteten viel effektiver. Pfarrer Korte haben wir auch einen guten Bericht über den Siebenjährigen Krieg zu verdanken, in dem auch das Stadtarchiv verbrannte. Philipp Korte starb 1803 kurz vor der Auflösung des Fürstbistums Paderborn durch die Preußen.“ [6]

b) Stellungnahme des ehemaligen Pfarrers von Salzkotten, Hans-Josef Rüsing

Vom Pastoralverbund Salzkotten bekam ich eine Festrede, die der ehemalige Pfarrer von Salzkotten, Hans-Josef Rüsing, am 16.3.2013 gehalten hat[7]. Er widmet sich dem Spruch der Salzkottener Sälzer „UNITA DURANT“ = das Vereinte hält, hat Dauer. Dann folgt eine längere Ausführung zum ehemaligen Pfarrer Korte, die im Folgenden zu lesen ist: „Ich bin seit 1986 Pastor in Salzkotten. Wer sich mit der Geschichte der Salzgewinnung in unserer Stadt beschäftigt, stößt auf einen berühmten Vorgänger: Pfarrer Philipp Korte, von 1758 — 1803 Pfarrer an der Pfarrkirche St. Johannes in Salzkotten, Theologe, Naturwissenschaftler, Ingenieur, Architekt, Sozialpolitiker. Ein faszinierender Mann.

Er stammt aus dem Sauerland. 1730 wurde er in Deutmecke zwischen Rönkhausen und Lenhausen geboren. Seine Mutter hatte 6 Kinder aus erster Ehe und heiratete nach dem Tod ihres Mannes wieder. Aus dieser zweiten Ehe gingen zwei Mädchen und der besagte Philipp hervor, der also mit 6 Halbgeschwistern und 2 Schwestern auf einem Bauernhof im tiefen Sauerland groß wurde. Wahrscheinlich ging er mit 7 Jahren in die Schule, damals eine Einrichtung der Kirche und (Kinder waren Arbeitskräfte) nur als Winterschule geführt. Vieles spricht dafür, dass der junge Philipp vom Pfarrer früh entdeckt und besonders gefördert worden ist, so dass er mit 12 Jahren auf das Gymnasium in Attendorn wechseln konnte. Dazu musste er schon einige Lateinkenntnisse mitbringen, was ohne seinen Pfarrer unmöglich war. Das Gymnasium hatte 3 – 5 Lehrer und etwa 30 Schüler. Ein besonders pfiffiger war Philipp Korte mit einer Vorliebe für die jungen Naturwissenschaften. Er verstand etwas von Elektrizität und konnte mechanische Uhren bauen und reparieren. 1747 kommt er an Westfalens erste Universität — in Paderborn und beginnt das Studium von Philosophie und Theologie. Er ist einer der besten, wird Dr. der Philosophie und kann Latein, Griechisch, Englisch, Französisch und Italienisch. Das Ganze finanziert ihm sein Onkel, der Pastor ist. 1754 wird er in Paderborn zum Priester geweiht. Später wird er für 2 Jahre Pfarrer an der Busdorfkirche, „Die Pfarrstelle war klein und deshalb gab es wenig zu verdienen, das Pfarrhaus in einem schlechten Zustand, „Zudem bereiteten ihm sein Pfarrkinder wegen ihrer religiösen Lauheit viel! Kummer und Sorge‘ (Kennemann, Heimatkundliche Beiträge aus Finnentrop, Dez. 2012, Nr. 37, S.112). – 1758 wird Philipp Korte Pfarrer in Salzkotten. Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) ließ das Land verarmen, denn die durchziehenden Armeen ernährten sich aus dem Land. Beschädigt und zerstört wurden auch die Salinen. In Salzkotten gab es (seit dem 12. Jahrhundert beurkundet) die Gewinnung von Salz aus den örtlichen Quellen. Zudem gab es kaum noch Fuhrwerke und Salinenarbeiter — und die Salzkottener Salzproduktion war schon unter Friedensbedingungen hinter der Entwicklung zurückgeblieben. Festzuhalten bleibt, dass der neue Salzkottener Pfarrer dem Fürstbischof sehr konkrete Vorschläge zur Modernisierung der Salzgewinnung machte, die umgesetzt zu einem großen Erfolg führten und für 100 Jahre Bestand haben sollten. – Pastöre haben schon immer gern gebaut. Pfr. Korte war dazu sein eigener Architekt. Er baute ein Pfarrhaus, eine Vikarie, eine Knabenschule, ein Armenhaus und wohl auch das Pfarrhaus in Verne und plante und organisierte den Erweiterungsbau der Verner Kirche. Er war beteiligt am Innenausbau der Dreckburg, am Umbau der Kapelle in Upsprunge, beim Straßen- und Brückenbau. Manche Pastöre sind wissenschaftlich tätig. Pfr. Korte holte bei der Akademie der Wissenschaften in London mit einer Arbeit den 2. Preis und schrieb ein Lehrbuch über das Rechnen an Landschulen. Seine Privatbibliothek – heute in Paderborn – war eine naturwissenschaftliche Fundgrube mit dem Wissen seiner Zeit. – Eine Geschichte der Stadt Salzkotten von ihren Anfängen bis 1802 ist von ihm erhalten.

Alle Quellen sprechen davon, dass er im Hauptberuf Pastor war, ein guter Prediger, der sich vorbildlich um die Kinder in der Schule kümmerte und dabei eine ausgesprochene soziale Ader hatte… Brechen wir ab: Wir haben eine kurze Skizze gehört von Pfr. Korte.

> Das war ein vielfältig begabter Mann.

> Seine unterschiedlichen Begabungen haben ihn nicht zerrissen.

> Er hat seine Talente gebündelt, wurde alles andere als ein Fachidiot mit Tunnelblick und hat gezeigt: Wo immer ich Talente bündele, kann das Vereinte auf großartige Weise Dauerhaftes produzieren – zum Nutzen Vieler: UNITA DURANT.“

c) Aus der Sicht des Heimatvereins Salzkotten

Hier ist auch eine hohe Wertschätzung zu finden. So führte der dortige Heimatverein im Jahre 2010 eine umfangreiche Ausstellung zu Pfarrer Philipp Korte durch. Im Pressetext dazu ist folgendes Statement zu lesen: „Philipp Korte war einer der ersten in der Region, die sich wissenschaftlich mit der Salzgewinnung auseinandergesetzt haben“, weiß Marianne Witt-Stuhr, „er war Erfinder, Architekt und Seelsorger,“ lautet ein Zitat der damaligen Vorsitzenden des Heimatvereins. [8]

d) Im umfangreichen Buch zur Salzkottener Stadtgeschichte

In diesem zweibändigen Buch[9], das aus 1270 Seiten besteht und von 58 zumeist fachlich versierten Autorinnen und Autorinnen mit 47 Beiträgen geschrieben wurde, finden sich über das „Sach-, Orts- und Personenregister“ 7 Nennungen des Namens „Korte, Philipp“. Die Nennung erfolgt in fünf verschiedenen Aufsätzen [10].  Sie widmen sich vor allem der Salzgeschichte sowie der Kirchen- und Schulgeschichte. In allen Aufsätzen wird Philipp Korte eine hohe Würdigung zuteil. Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, alle Einschätzungen zu zitieren, deshalb hier eine aus meiner Sicht sehr gelungene Einschätzung aus dem Aufsatz von Maria Jürgens[11]:

„Die Zeiten waren schwer, als er das Amt antrat. Er musste mit seiner Gemeinde die Nöte und Drangsale des Siebenjährigen Krieges teilen. Das Hochstift war Kriegsschauplatz periodisch wechselnder Eroberer. Ende des Jahres 1761 vermerkte Korte, dass es „das schrecklichste für hiesige Gegenden“ war; „die Kriegspressuren, Sterbefälle unter Menschen und Vieh, Hunger und Kummer (hätten) den höchsten Grad erreicht“. Der neue Bischof Wilhelm Anton Freiherr von der Asseburg (1763-1782) setzte nach Beendigung des Krieges alles daran, dem verarmten, entvölkerten Land tatkräftig zu helfen.“ Der geniale Pastor Korte war dem Bischof auch in wirtschaftlichen und sozialen Fragen ein kluger Berater. Schon während der Schulzeit galt Kortes Interesse den Naturwissenschaften, insbesondere der Physik und Mechanik. Er experimentierte und forschte mit erstaunlichem Eifer und auch Erfolg. Diese Begabung „des Ingenieurs im Priesterkleid“ machte sich Bischof Wilhelm vielfach zunutze.

Der Reichtum Salzkottens war das Salz, doch die Kosten seiner Gewinnung waren zu hoch. Philipp Korte entwickelte nach eingehenden Studien im Salzkammergut eine neue, verbesserte Form der Salzgewinnung mit Gradierwerk und Kunstrad. Letzteres schöpfte die Sole zum Verdunsten auf hohe Dornenhecken, wodurch die mühsame Arbeit der Leckerknechte entfiel und die Salzgewinnung rentabler wurde. Diese technische Verbesserung steigerte die Produktion und verschaffte Handwerk, Gewerbe bis hin zur Landwirtschaft Arbeit und Verdienst.

Der Wohlstand in der Stadt und im Hochstift mehrte sich, zumal Salzimport verboten wurde. Den Neuerungen stand das Sälzerkollegium zunächst skeptisch gegenüber. Schließlich akzeptierte es den technischen Fortschritt und ließ in der Folge Pastor Korte ansehnliche Geldbeträge zukommen, die dieser wohltätigen Zwecken zuführte. Dabei war ihm besonders am Ausbau des Schulwesens gelegen.“

Ein lebhafter Briefwechsel mit dem Bischof sowie zahlreiche Buchgeschenke sind Zeugen eines freundschaftlichen, ja, herzlichen Verhältnisses zwischen dem Oberhirten und dem Salzkottener Pfarrer. Mit Recht kann darum vermutet werden, dass letzterer auch die Einführung der Feuerversicherung (1769), eine bessere Ausbildung der Hebammen, die Gründung des Waisenhauses in Paderborn bis hin zur Einrichtung des Priesterseminars unterstützte, wie er überhaupt auf die Kultur-, Wirtschafts- und Sozialpolitik zur Hebung der Landeswohlfahrt seinen anregenden Beitrag leistete.

Das architektonische Talent Philipp Kortes förderte der Bischof durch Genehmigung von Studienreisen nach Italien. Auch beauftragte er ihn mit der Erstellung von Bauplänen für die Erweiterung der Verner Wallfahrtskirche. Bischof Wilhelm Anton lud jetzt seine Diözesanen zur Wallfahrt nach Verne ein statt zur herkömmlichen Prozession nach Werl, „um das Geld im Lande zu halten“.

Korte war auch Erbauer des neuen Pastorats, der heutigen Vikarie an der Klingelstraße. Das Pfarrarchiv besitzt aus seiner Feder zwei Aufrisse des „alten und neuen Pastoratshauses mit dem Garten und den angräntzenden Plätzen“, welche die derzeitigen zur Pfarrei gehörenden Gebäude festhalten. Zu alledem gehen auf Korte die Bauten eines neuen Armenhauses, das bereits 1347 von der Elendenbruderschaft gegründet war, und der „Meisterscheschule“ für Mädchen zurück. Dabei verwandte er vorhandene steinerne Mauerreste, die nach seiner Vermutung einer Kapelle der frühen Sälzersiedlung zugehörten.”

Philipp Korte konnte mit der Feder umgehen. Er war in allen Schulen Primus seiner Klasse gewesen und erlernte neben den humanistischen Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch. 1779 errang er einen zweiten Platz bei einer Preisaufgabe über Maße und Gewichte bei der Akademie der Wissenschaften in London, deren Mitglied er war. Seine umfangreiche Bibliothek vermachte er der Pfarrei. Leider ist sie verschollen.

Diese vielfältigen Beschäftigungen waren nur die eine Seite Philipp Kortes. Er war ganz „Hirte und Priester der ihm anvertrauten Gemeinde“, Sein besonderes Interesse galt der Schule, in der er gern selbst unterrichtete, Begabungen suchte und sie förderte. Mit Sorgfalt wählte er die besten Lehrer aus, machte Schulvisitationen und führte öffentliche Prüfungen durch. In seiner „letzten Willens Meinung“ begründet Korte die Schulstiftung von 4 000 Gulden, weil „Schier alle Glückseligkeiten der Gemeinde, die gute Subordination der Glieder, ja, selbst derselben fleißige und vernünftige Anwendung ihrer zum Lebensunterhalt vorzunehmenden, schuldigen Geschäften (…) aus ordentlich eingerichteten Schulen und der ersten Belehrung der Jugend herzuleiten“ seien, wodurch „sich die glückliche Eintracht der menschlichen Gesellschaft und die Grundfeste des Ewigen Heils“ ergäben.

„Dieses schwere und wichtige Amt erfordert daher mit (…) Gelehrsamkeit, Geduld und Fleiß gezierte Lehrer (…). „Allein ohne hinlängliche Besoldung (würde) kaum jemand gefunden werden, welcher das Amt eines Schullehrers verlangen könnte.“® Korte war der Meinung, dass die Normalschule auch „die Anfangsgründe der Rechenkunst, der Geschichte, der Erdbeschreibung“ und „angemessene Wissenschaften“ vermitteln müsse. Die Teilung der Schuljugend in zwei Klassen, wo bisher in der „nehmlichen Studierstube“ beide Lehrer saßen, sollte erfolgreicheren Unterricht ermöglichen.

Auch den sozial Schwachen und Armen galt die menschliche und finanzielle Zuwendung des Pfarrers. Im Armenhaus am Rande des Pastoratsgartens konnten bis zehn Personen wohnen und betreut werden.

Pfarrer Philipp Korte stellte seine großen Begabungen des Geistes und des Herzens in den Dienst dieser Stadt. Er starb im Alter von 73 Jahren am 15. Juli 1803. Seine Todesanzeige im „Paderborner Intelligenzblatt“’ lobt diesen klugen und doch so schlichten und bescheidenen Seelsorger folgendermaßen: „Die allgemeine Trauer seiner Pfarrgemeinde — seiner Freunde — der Jammer der Kleinen, welche ganz seine Liebe hatten — das gerechte Seufzen der Armen — der Verlust so vieler Wissenschaften, welche er besaß und so gern mitteilte, mag jedem (…) den Grad der Verdienste aufdecken, welche den Verlebten zierten — und danach den gerechten Schmerz beurteilen, welchen hier jeder ohne Ausnahme empfindet.“ – Philipp Korte erlebte noch den Zerfall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und das Ende des Hochstiftes, welches er trauernd beklagt: „… heute den 7ten August (1802), da ich dieses schreibe, habe ich schon vier Tage die Existenz dieses unseres lieben Hochstiftes überlebt.“

e) Durch den Namen einer Schule

Die Erinnerung an diesen bedeutenden Pfarrer bewahrte die Philipp-Korte-Realschule. Die Schule wurde am 1. April 1966 eröffnet [Upsprunger Str. 65, 33154 Salzkotten]. Nach fast 25-jährigem Bestehen gab man ihr im Jahre 1991 den Namen „Philipp-Korte-Realschule“. Zur Begründung wurde eine dreiseitige Begründung vorgelegt[12]. Der Text greift weithin auf schon zitierte Aufsätze zurück.[13]

f) Durch eine Straße, die nach ihm benannt ist.

Neben der Realschule ist auch noch eine Straße nach Pfarrer Philipp Korte benannt. Hier die entsprechende Darstellung in einem Fachbuch [14] zu den Straßennamen in Salzkotten:

„Pfarrer-Korte-Straße – Straße östlich und parallel der Upsprunger Straße, zwischen Sälzerstraße und Langer Brückenstraße. – Philipp Korte, geb. am 3. Dezember 1730 als Sohn kleiner Bauersleute in Deutmecke im Sauerland, war von 1758 bis 1803 Pfarrer in Salzkotten. Er war zunächst Kaplan in Salzkotten, alsdann Pfarrer in der Busdorf-Pfarrei in Paderborn, bevor er die durch den Tod des Pfarrers Johannes Rieger (1758) freigewordene Pfarrstelle in Salzkotten übernahm. Kaum ein Pfarrer des alten Fürstbistums hat im 18. Jahrhundert eine solche Bedeutung gehabt wie Philipp Korte. Er besuchte das Franziskanergymnasium zu Attendorn; alsdann Studium der Philosophie und Theologie an der Universität in Paderborn. Sein großes Interesse galt bereits zu dieser Zeit den Naturwissenschaften, besonders der Physik einschließlich Elektrizität (Entwicklung einer Elektrisiermaschine) und der Mechanik. Neben Fachstudien widmete er sich verschiedenen Sprachen, so dass er sich in den Sprachen der damals wissenschaftlichen Welt, in Italienisch, Griechisch, Französisch und Englisch, verstand. 1754 wurde er durch den Paderborner Fürstbischof Clemens August von Bayern zum Priester geweiht.

Der Beginn der pfarramtlichen Tätigkeit im Jahre 1758 in Salzkotten fiel in die Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763), der auch über das Hochstift viel Elend, Not und Armut gebracht hat. Pfarrer Korte versuchte alles, um die Lebensverhältnisse zu bessern. Die Salzgewinnung wurde zu dieser Zeit sehr primitiv und unwirtschaftlich betrieben. Fürstbischof Wilhelm von der Asseburg, selbst Besitzer von Anteilen an der Saline, sandte Pfarrer Korte zu den Salzwerken im Salzkammergut und in Tirol, Unter seiner sachverständigen Leitung wurde alsdann durch den Bau eines Kunstrades an der Heder und der Gradierwerke die Salzgewinnung auf einen technisch hohen Stand gebracht. Der Erfolg blieb für alle Beteiligten nicht aus. Ebenso leitete er mit seiner Erfahrung den Bau der Gradierwerke in Westernkotten, wo ein Gedenkstein im Kurpark seine Verdienste würdigt. Die Restaurierung der Pfarrkirche, auch der Bau eines Pastorats- und Kaplaneigebäudes, eines Armen- und Schulhauses wurden von ihm veranlasst und zum Teil finanziert. Trotz seiner vielfachen Beschäftigung hat er seine Pflichten als Geistlicher gewissenhaft erfüllt. Er erteilte selbst Unterricht in der Schule und hinterließ der Stadt bei seinem Tode zur Hebung des Schulwesens die stattliche Summe von 4000 Gulden. Pfarrer Korte war Mitglied der Akademie der Wissenschaften in London und erhielt bei einer Preisaufgabe über Maße und Gewichte 1779 den 2. Platz; für den Pfarrer einer kleinen Landstadt war diese Auszeichnung beachtenswert.

Philipp Korte blieb Pfarrer in Salzkotten bis zu seinem Tode am 15. Juli 1803, obwohl ihm als dem einfluss- und erfolgreichen Ratgeber von mehreren Fürstbischöfen von Paderborn ehrenvolle Beförderungen und Berufungen angetragen worden sind.

Pfarrer Korte verdanken wir außerdem viel Detailwissen aus der Geschichte der Stadt Salzkotten, das er in seiner ‚Geschichte der Stadt Salzkotten im ersten rohen Entwurfe, beendet am 21. November 1802“ festhielt. Sein Verdienst soll es sein, dass das Paderborner Jesuitenkolleg nach der Auflösung des Ordens 1773 in ein Gymnasium und Priesterseminar umgewandelt wurde. (Nach: Stadt und Amt Salzkotten, S. 240, und Ferd. Duwe in seiner wissenschaftlichen Arbeit über Pfarrer Korte.)“

e) Bewertung durch die Stadtverwaltung Salzkotten

Hier zitiere ich in knapper Form aus einem Schreiben der Stadtverwaltung Salzkotten – Frau Hake – „Philipp Korte hat sich während seiner Tätigkeit als Salzkottener Pfarrer durch seine exzellenten naturwissenschaftlichen Kenntnisse bei der Modernisierung der Salzgewinnung und den damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolgen für Salzkotten in der zweiten Hälfte des 18. Jh. einen Namen gemacht.“ [15]

g) Bewertungen von Korte aus seinem Heimatort Deutmecke, Stadt Finnentrop

–  Hier möchte ich zunächst aus einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 1936 zitieren…“ „Endlich verdient noch erwähnt zu werden, dass Pfarrer Korte, dessen Geistesverwandtschaft mit Benjamin Franklin, dem großen amerikanischen Physiker und Staatsmann, sich in all seinem Denken und Handeln zeigte, mit diesem auch eine ganz auffallende Ähnlichkeit der Gesichtsbildung aufwies. Ein wohlgetroffenes Porträt dieses edlen und heiligmäßigen Priesters, von Maler Laubreis in Würzburg gemalt, befindet sich noch heute als teures Andenken für die Gemeinde im alten Pfarrhaus zu Salzkotten.“ [16]

– Der bereits erwähnte Aufsatz, aus dem Jahr 2012, aus der Region mit Bezug zu Philipp Korte findet sich in der Heftreihe „An Bigge, Lenne und Fretter.“ [17] Der Verfasser ist – wie bereits gesagt – auch ein regional bedeutender Historiker.[18] Ich zitiere nur die Stelle mit Bezug zu Bad Westernkotten: „Nach dem Salzkottener Salzwerk wurde auch die Saline des 20 km westlich gelegenen Westernkotten nach den Plänen von Korte völlig umgebaut. Auch hier bevorzugte er statt der bisher angewandten Schrägflächengradierung die Vierflächen-Gradierung bestehend aus zwei Schwarzdornwänden mit vier Gradierflächen. Das noch heute im Kurpark von Bad Westernkotten13 stehende Gradierwerk wurde 1835 nach Plänen Kortes erbaut und diente bis 1949 der Salzgewinnung. Es ist 120 m lang und 12,25 m hoch. Seine Gradierfläche beträgt 2 x 120 m x 10 m = 2400 qm. Heute wird die Anlage als Freiluftinhalation genutzt, denn bei der Verdunstung wird rund 20 Prozent. des Salzes an die Luft freigegeben. In Bad Westernkotten gilt dieses Bauwerk, das seit 1984 in der Denkmalliste der Stadt Erwitte steht, als ihr Wahrzeichen. 1958 wurde zu Ehren von Pfarrer Philipp Korte, der als der große Erneuerer der Sahne Westernkotten gilt und dem der Ort ebenso wie Salzkotten einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung verdankt, im Kurpark ein Gedenkstein aufgestellt.“

Abb. 4: Das 1835 nach Plänen von Pfarrer Philipp Korte erbaute Gradierwerk I im Kurpark von Bad Westernkotten [zitiert nach dem Aufsatz von Kennemann]

Abb. 5: Der Gedenkstein im Kurpark von Bad Westernkotten, dessen Salzwerk kurz nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges nach den Plänen Kortes umgebaut wurde. [Wertschätzende Unterschrift von Kennemann]

  1. Was hatte Philipp Korte mit der Salzproduktion in Westernkotten zu tun?

Etliches ist schon aus den Aufsätzen aus Deutmecke und Salzkotten benannt. Hier noch zwei weitere Bewertungen.

-Zunächst die Erklärung aus dem oben zitierten Buch über den Straßennamen „Pfarrer-Korte-Straße“ gefunden: „Ebenso leitete er mit seiner Erfahrung den Bau der Gradierwerke in Westernkotten, wo ein Gedenkstein im Kurpark seine Verdienste würdigt.“

-Detaillierter ist die Darstellung im schon erwähnten Buch des Amtes Salzkotten-Boke.[19] Ich zitiere nur die Sätze, die Kortes Arbeit in Salzkotten und Westernkotten erwähnen: „Dass die Stadt nach diesen unglücklichen Jahren [des Siebenjährigen Krieges[20]. WM] schnell wieder aufblühte, ist in der Hauptsache zwei Männern zu verdanken, dem neuen Landesherrn Fürstbischof Wilhelm Anton von Asseburg und dem Pfarrer von Salzkotten Philipp Korte. Der letztere wurde am 3. Dezember 1730 als Sohn schlichter Bauersleute in Deutmecke im Kurköllnischen geboren. Er besuchte das Franziskaner-Gymnasium in Attendorn. Seine Lieblingsfächer waren die Naturwissenschaften. Kaum 17 Jahre alt, immatrikulierte er bei der Jesuiten-Universität in Paderborn, um dort Philosophie und Theologie zu hören. Neben Fach- und Lieblingsstudien fand er noch Zeit, Sprachen zu erlernen. Außer Latein und Griechisch beherrschte er Englisch, Französisch und Italienisch. Am 21. September 1754 wurde er zum Priester geweiht und kam dann als Kaplan nach Salzkotten zu seinem Landsmann Rieger. 1756 wurde er Pfarrer an der Busdorfkirche in Paderborn. Aber schon 1758 bewarb er sich um die Pfarrstelle in Salzkotten, als sein Landsmann Rieger gestorben war. Bei der Pfarrprüfung erhielt er als würdigster unter 60 Bewerbern die Stelle. Die ersten Jahre in Salzkotten war keine glückliche Zeit, fielen sie doch in die unselige Zeit des Siebenjährigen Krieges. Pfarrer Korte suchte zu helfen, wo er nur konnte. Als nach Kriegsende Wilhelm Anton von Asseburg zum Fürstbischof von Paderborn gewählt worden war, wurde dieser bald auf den tüchtigen Pfarrer von Salzkotten aufmerksam. Der Bischof war selbst Sälzer und besaß mehrere Salzwerke, die er durch Kauf noch verehrte. Schon vor seiner Weihe hatte er versucht, das Sälzerkollegium zu einem besseren Ausbau der Salzwerke zu veranlassen. Aber er drang nicht durch. Bei Pfarrer Korte stieß er auf Verständnis. Ihn schickte er nun auf Reisen zu den berühmtesten Salzwerken, besonders ins Salzkammergut, um die beste Form der Salzgewinnung kennen zu lernen. Zurückgekehrt, legte Pfarrer Korte dem Kollegium seine Pläne vor und zeigte an einem Modell mit Gradierwänden, Pumpen und Kunstrad die Vorteile. Die Sälzer aber scheuten die Kosten. Da ließ der Bischof für seine Anteile an der Upsprunger Straße ein Gradierwerk mit einem Kunstrad am Twerspring erbauen, und er konnte seine Leckerknechte entlassen. Jetzt erkannten auch die übrigen Sälzer die Vorteile und folgten endlich dem wohlmeinenden Rate ihres Bischofs und Pfarrers. Zwar dauerte es noch bis 1777, ehe das Kunstrad am Flomengraben und sämtliche Gradierwerke fertig waren, aber schon 1768 konnte auf Vorschlag der Sälzer die Einfuhr ausländischen‘ Salzes für das ganze Hochstift verboten werden, da auch die Preise herabgesetzt wurden. 1782 wurde noch ein Kunstrad an der Heder erbaut, dafür wurde das Kunstrad am Twerspring aufgegeben. Die alten Siedehäuser auf dem Marktplatz entsprachen nicht mehr den Wünschen des Bischofs. Er ließ zunächst für seine Anteile ein Siedehaus am Westerntor, auf dem Gelände des heutigen „Westfälischen Hofes“, bauen. Auch hier folgten bald die anderen Sälzer seinem Beispiel und bauten zunächst für 6 Anteile, 10 Jahre später für den Rest Siedeanlagen an der Geseker Straße. Sie hatten dazu den Riepinghof gekauft. Die vom Bischof erbaute Siedeanlage blieb bestehen und diente zur Absiedung der bischöflichen, städtischen, werkmeisterlichen und gelegentlich gemeinsamen Wässer. Alle diese Anlagen waren von Pastor Korte entworfen und ihre Erstellung war von ihm beaufsichtigt worden. Es stammen von ihm auch die Entwürfe für die Saline in Westernkotten. Man hat ihm dafür vor einigen Jahren in den Kuranlagen einen Gedenkstein gesetzt. Das Sälzerkollegium in Salzkotten hat in Anerkennung der Verdienste des Pfarrers Korte diesem mehrfach höhere Geldbeträge zugewiesen, die er aber nicht für sich verwandte, sondern guten Zwecken, vor allem dem Ausbau der Schulen zuführte, die ihm immer sehr am Herzen lagen. Bitter traf ihn die Auflösung des Hochstiftes Paderborn; doch er überlebte sie nicht lange. Am 15. Juli 1803 starb er. – Sein Werk aber, die Saline, stand und arbeitete.

  1. Wie kam es, dass ihm 1958 das Denkmal im Kurpark errichtet wurde?

Ich nenne einige Gründe:

  1. Die hohe Wertschätzung, die Korte in Salzkotten erfahren hat. Das war wohl in Bad Westernkotten bekannt.
  2. Auf der anderen Seite ist zu vermuten, dass Heimatforscher Eickmann auch die Akten der Saline Westernkotten studiert hat und dabei auf den Namen und die Bedeutung von Korte – gerade auch bezogen auf seine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Paderborner Bischof – gestoßen ist. Und das hat dann zur Aufstellung des Denkmals im Jahr 1958 geführt.

Zum Abschluss: Eine Empfehlung

Es empfiehlt sich also, wenigstens kurz vor der neuen Gedenktafel zu verharren und sich das große Ansehen dieses Pfarrers und Wirtschaftsfachmanns in Erinnerung zu rufen („Denk mal!“). Und noch ein Spruch sei in Erinnerung gerufen: „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!“ Und auch ein Spruch des Dichters unseres Deutschland-Liedes, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben sei noch erwähnt: „Willst du sicher gelangen und bald ans Ziel, hoffe wenig, wünsche nichts, tu viel!“

Hier noch ein Foto von der Einweihung der Gedenktafel.

Von links: Daniela und Andreas Stillecke, Jürgen Kemper und Wolfgang Marcus [Foto: Annette Marcus, 12.04.2026]


[1] Vgl. Der Patriot vom 18.10.1958, dort auch ein Foto des ursprünglichen Gedenksteins

[2] Entnommen der Stadtgeschichte von Salzkotten aus dem Jahre 1996, siehe nähere Hinweise unten

[3] Kennemann, Volker: Salzkottens berühmter Salzpfarrer Philipp Korte stammte aus Deutmecke; in: An Bigge, Lenne und Fretter – Heimatkundliche Beiträge aus der Gemeinde Finnentrop, Dezember 2012 [Nr. 37]; mir freundlicherweise vom Ortsvorsteher von Deutmecke, Herrn Mathias Nagel, am 27.11.2023 zur Verfügung gestellt

[4] Heggen, Alfred, Salzgewinnung und Salzhandel im 18. Jahrhundert; in: Stadt Salzkotten und Grothmann, Detlef (Hg.), 750 Jahre Stadt Salzkotten: Geschichte einer westfälischen Stadt, Band 1 und Band 2, Paderborn 1996, S. 881ff, hier S.887/88; weitere Details in der wissenschaftlichen Arbeit: Duwe, Ferdinand: Philipp Korte, Pfarrer in Salzkotten, Deutmecke 1936 [mir in Kopie vorliegend]

[5] Vgl. Anm. 3

[6] https://www.pastoralverbund-salzkotten.de/component/k2/item/194-geschichte-der-kirche, Zugriff: 14.11.2023

[7] Mail vom 21.12.2023 an den Verf., Dank an Frau Renate Cramer vom Pastoralverbundsbüro

[8] Zitiert nach einem Artikel im Westfälischen Volksblatt unter der Überschrift: Ingenieur im Priestergewand – Heimatverein würdigt Pfarrer Philipp Korte mit umfangreicher Ausstellung (Von Marion Neesen – Westfälisches Volksblatt (Text und Fotos)], komplett zu lesen auf der Homepage des Heimatvereins Salzkotten unter: http://www.heimatverein-salzkotten.de/wp/?p=620

[9] Stadt Salzkotten und Grothmann, Detlef (Hg.), 750 Jahre Stadt Salzkotten: Geschichte einer westfälischen Stadt, Band 1 und Band 2, Paderborn 1996 [Bonifatius-Verlag]

[10] Dabei handelt es sich um folgende 5 Aufsätze:

  1. Wolf, Manfred, Salzkotten im 17. und 18. Jahrhundert
  2. Jürgens, Maria, …durch der Zeiten Lauf- zur Geschichte der Gemeinde Johannes Baptist Salzkotten
  3. Walter, Hans-Henning, Die Technik der Salzgewinnung im Wandel der Zeit
  4. Heggen, Alfred, Salzgewinnung und Salzhandel im 18. Jahrhundert
  5. Westmark, Alfons/Fahle, Ulrich, Das Schulwesen in der Stadt Salzkotten

[11] Die Autorin Dr. phil. war Oberlandwirtschaftsrätin a.D. und lange Zeit Dozentin an der Katholischen Landvolkshochschule „Anton Heinen“ in Warburg-Hardehausen.

[12] Als Manuskript 1991 erstellt [liegt mir in Kopie vor]

[13] Der Aufsatz aus dem Jahr 1991 hält diesen Vorgang im Detail fest: Kohlenberg, Hans: Philipp Korte (1730 – 1803); Titelzusatz: Pfarrer, Salineningenieur u. Baumeister in Salzkotten; in: In: Die Warte. – 70 = Jg. 52 (1991), S. 36-39: Ill. [Quelle gefunden auch in: https://nwbib.de/990111614010206441; inzwischen ist die sog. Philipp-Korte-Realschule in Salzkotten aufgelöst [Mitteilung der Stadtverwaltung Salzkotten – Frau Marion Hake – vom 08.12.2023]

[14] Stadt Salzkotten (Hg.): Namen und Geschichte der Straßen, Wege und Plätze in der Stadt Salzkotten; Beiträge zur Geschichte der Stadt Salzkotten Band 2, Paderborn 1994 [Bonifatius-Verlag], hier S. 119/120

[15] Schreiben der Stadtverwaltung Salzkotten vom 08.12.2023. Die zuständige Bearbeiterin nennt auch Archivalien, die zu Korte im Stadtarchiv Salzkotten zur Verfügung stehen. Die Schriften decken sich weitgehend mit der in diesem Aufsatz benutzten Literatur.

[16] Duwe, aaO., S. 40; das Foto ist auch in der Stadtgeschichte von Salzkotten aus dem Jahr 1996 (vgl. Anm.8) abgedruckt

[17]  Vgl. Anmerkung 3: Kennemann, Volker, Salzkottens berühmter Salzpfarrer Philipp Korte stammte aus Deutmecke; in: An Bigge, Lenne und Fretter; Finnentrop; 37 (2012), S. 105-127

[18] Der sogar 2015 vom Bundespräsidenten mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet wurde.

[19] Amt Salzkotten-Boke (Hg.): Stadt und Amt Salzkotten, Paderborn (Schönigh), 1970 (743 Seiten; Aufsätze u.a. von Knoke, Franziska (Redaktion), Franz Josef (Redaktion) Ewers Josef (Redaktion); diverse weitere Mitarbeiter], hier: Niggemeier, Johannes: Geschichte der Saline Salzkotten, S. 117-131; Abschrift des Anhangs auf S. 131 von Carl(?) Weber am 10.3.1969 aus: Eugen von Sobbe, I. Band, Seite 353; auf S. 131 auch weitere Literaturhinweise]

[20] Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 kämpften alle europäischen Großmächte jener Zeit um ein Kräftegleichgewicht und territoriale Gewinne in Europa, um Kolonien und Einfluss in Nordamerika, Indien und Afrika, um die Herrschaft über die transatlantischen Seewege sowie um Handelsvorteile.